Mannheim
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187419241975
  1. 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 20

    20 die Einsicht, weise zu walten. Dem geht der Sinn nach Einfluß, Ruhm und Ehren — und er weiß nicht, wodurch der Mensch um Menschen sich verdient macht, nach Rang und Würde — und er versteht es nicht, sich nützlich zu zeigen, durch Edles s…

  2. 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 21

    21 der Mitmenschen Flügel leihen, es emporzutragen zur Höhe. — Da fleht 4in Armer, dem er beigestanden in der Bedrängniß: O, Gott, erhalle mir meinen Wohltthäter! und dort faltet ein Waisenkind, dem er den früh dahiugegangenen Vater ersetzt…

  3. 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 22

    22 sich die Dauer seines Daseins bald verlängert, bald verkürzt? Während man von dem Einen sagen kann: sein Leben ist ein fortgesetzter Selbstmord, an sich begangen mit den tödtlichen Waffen verzehrender Leidenschaften, trauriger Verkehrthe…

  4. 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 23

    23 saugen, daß er verdorren muß vor der Leit. Sehet — bedeutete jener Rabbi mit Recht seinen Schülern — ich bin so alt geworden, weil nicht der Ehrgeiz, nicht die Schadenfreude, nicht die Mißgunst an meinem Herzen zehrten; ich konnte so alt…

  5. 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 24

    24 ״ לראות טובEr liebt deine Tage, weil er das Gute, was du übest, gerne sieht." Wünschest du und erstehest du Gesundheit von Gott, so untergrabe sie nicht selber durch unnatürliche, verkünstelte Bedürfnisse, durch das aufreibende Fieber ei…

  6. 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 25

    25 Fürsprecher vor Gott mitgegeben. ״Gottes Auge blickt ja liebreich auf die Gerechten, und sein Ohr neigt sich huldvoll ihrem Flehen" (Pst 34, 16). Jederzeit sollen wir daher bei allen Wünschen, die wir an Gott richten, uns die Frage gegen…

  7. 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 26

    und Frieden und Beschwichtigung Allen, denen das entschwundene Gram und Elend brachte. Lachenden Segen und frisches Gedeihen habe das beginnende in seinem Gefolge, auf daß wir dieses Jahr, wenn es dereinst Abschied von uns nimmt, לקרא שנת ר…

  8. 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 27

    אתה כוננת מישרים משפט וצדקה ביעקב אתה עשית ״Und die Macht des Königs, er liebt das Recht; du hast fest gegründet die Redlichkeit, und Gesetz unb Gnade hast du an Jakob geübt." — Gott gebe, daß wir sein Gesetz, seine Festigung, seine gnadenv…

  9. 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 28

    28 gen. Was fromnrte ihm auch deine Bestechung. Braucht er deine Lieder, der selbst die Kraft zu singen dir gegeben, fehlt ihm der Lichter Glanz, der Sonnen hängt anseine Wölbung, reizt ihn der Künste Form, der selbst ' der. Künstler Meiste…

  10. 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 29

    29 harte Probe des Rechts allein gebaut, sondern die Stutze der Barmherzigkeit ihr mitgegeben. Gott richtet uvd rettet, prüft und läutert, bindet und befreit, beugt und hebt. Er ist ein ״ זוכר הבריתDer gedenket des Bundes mit unfern Vätern,…

  11. 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 30

    30 derstand bot allen Verlockungen des Lebens, auf den Gewinn verzichtete, der aus dem Samen der Gewalt wie giftig Unkraut wächst, wann er floh die Stätten der Lust, die alles Heilige mit ihres Spottes Lauge begießt und Himmelblau in Höllen…

  12. 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 31

    31 Strahlen, sich verirrt haben, als auch diejenigen, die hinausgestoßen waren in Noth und Bedrängniß, sie werden Alle, die Fernen und die Nahen, die Hoch- und die Kleinmüthigen vor Gott in Anbetung sich niederwersen auf seinem heiligen Ber…

  13. 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 32

    32 den forscht heut Gottes Auge, und wir selbst sind vor seinen Richterstuhl geladen. Darum nlüssen wir selbst in unser Herz schauen und uns selbst prüfen forschen und erkennen, worin des Menschen Werth liegt, wie er ihn wahrt und wodurch e…

  14. 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 33

    33 du hast ja mit Einsicht gehandelt, du hast ja richtig geschaut. Wozu die Prüfung? Du sagst: Meine Ueberzeugung hat mich geführt, und mein Gewissen ist beruhigt. Und dennoch ist's uicht so, in Wahrheit hast du Furcht vor dieser Prüfung, d…

  15. 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 34

    34 lich hält dein Gott die Prüfung ab, er ruft dich unerbittlich vor sein Gericht, er schafft feinem Gesetze Recht, und dann mußt du prüfen, mußt erkennen, was Pflicht und Gebot war. Wozu aber willst du gegen deine Gottesstimme kämpfen, woz…

  16. 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 35

    35 chen, gesündigt hast. Da ergreift dich eine beugende Scham, die deine Wangen färbt und entfärbt, die dich niederwirft und in jähen Schrecken dich stürzt. Der Abstand von deinem Ideal ist weiter, als du wähntest in deiner Unwissenheit, in…

  17. 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 36

    36 zur Demuth", die ohne Qual, sondern voller Freude ist. Erhebe dich, mein theurer Bruder, und fasse neuen Muth, sammle neue Kraft und jauchze deinem Gotte zu, er wird dich erheden, er g ed enkt deiner Noth und führt dich zu neuem Glücke, …

  18. 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 37

    * einander legt? Die Scha uforau s-Gedanken werden dich erfüllen, und du wirst sie durch denken, du wirst in der Lehre Gottes forschen zu bestimmten Zeiten, die du weihst und wahrst, du wirst, wo du gehst und sitzest, wo du dich hinlegst un…

  19. 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 38

    VI. Chn) pa. predigt am KersöhnungsLage 5637. Von p)r. B. Placzek, Nabviner in Brünn. ״Alt" und. ״Neu" haben wir au der Jahreswende als die scheinbaren Gegensätze bezeichnet, um die sich Alles, was da ist und geschieht, ewig dreht und beweg…

  20. 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 39

    I- 39 funkelt gar lieblich. Doch der rothe Wein über ein weißes Gewand verschüttet, bildet häßliche Flecken. Alle Vorzüge und Mängel der jüdischen Natur von ehedem und jetzt finden in einer besondern Eigenschaft sich zusammen und aus einem …