Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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20 die Einsicht, weise zu walten. Dem geht der Sinn nach Einfluß, Ruhm und Ehren — und er weiß nicht, wodurch der Mensch um Menschen sich verdient macht, nach Rang und Würde — und er versteht es nicht, sich nützlich zu zeigen, durch Edles sich hervorzuthun, innere Würdigkeit zu bekunden. Einem Solchen zu sagen: יוזן לך כלבבך ist das nicht ein Fluch oder ein Hohn? dagegen die Verweigerung ein Segen? Und wie erst, wenn der übelgesinnte Selbstling sein Wohl, seinen frohen Muth auf den Schmerz und den Gran: des Nächsten gründet, wenn er sich glücklich fühlt, für seine günstigen Verhältnisse die düstern der Umgebung als tiefe Schlagschatten zu gewinnen; wenn Lieblosigkeit, Härte, Mißgunst, Scheelsucht, unersättliche Hab- und Herrschbegier die Seele der menschlichen Wünsche bilden und ihre Spitzen gegen die allgemeine Wohlfahrt kehren; wenn das Wünschen und Begehren seine ganze Berechnung stellt etwa auf den Fluch des Erdreiches, auf die Verschlossenheit des Himmels, auf Mißwachs, Noth und Hunger, ans Krieg. und Elend, auf den Sturz verdienstvoller Macht oder auf die Bedrängniß und momentane Verlegenheit der Schwachen, auf Jrrthum und Betäubung, auf Wahn und Täuschung; kurz, wenn die Wünsche, dein Wurnie gleichend, der vom Aase sich nährt, nur am Unheil, das den Nächsten trifft, sich mästen: sind solche Gebete nicht die schmählichste Versündigung gegen Gott und Menschen? ותפלתו תהיה להבאה (Pf. 109, 7) — und dem Ruchlosen zu wünschen: ״ וכל עצתך ימלאGott lasse alle deine Anschläge in Erfüllung gehen," heißt das nicht, eine Verdammung schleudern gegen das allgemeine Gedeihen? Nur dein kann man znrufen: Gott gewähre all' dein Verlangen! der sein Wohl innig verknüpft mit dem Wohle der Gssammtheit und mit dessen Flehen die Gebete Vieler sich vereinen. Der Redliche, Hochherzige betet ja nie allein; er ist immer ״ .מתפלל עב הצבותWie er zu Gott um die edelsten Güter des Lebens flehet, in der fronrmen Absicht, sie auch zunr Heile Anderer zu gebrauchen, so beten auch Andere für ihn." Sicher kann er sein, daß seinem Andachtsworte die Wünsche