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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 35

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
1 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 35 (sequence 37)
Language
German
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35 chen, gesündigt hast. Da ergreift dich eine beugende Scham, die deine Wangen färbt und entfärbt, die dich niederwirft und in jähen Schrecken dich stürzt. Der Abstand von deinem Ideal ist weiter, als du wähntest in deiner Unwissenheit, in deiner Verblendung, du stehst tiefer, als du dich um so höher dachtest, du siehst den Purpurmantel fallen, i!l den du du dich gekleidet, die Krone in Trümmer gehen, die deine Selbstliebe dir auf's Haupt gesetzt, du fühlst, daß du nicht bist, was du nieinst zu sein, daß du noch weit entfernt bist von der Größe eines vollen Menschen, daß du an einem Abgründe stehst, der jählings in eine schreckliche Tiefe führt, vor der dich Grausen erfaßt. Sag, mein Bruder, was bedeutet dieser Schmerz, was diese Scham, dieser Gram? Sieh, das ist wieder ein Zeugniß, das du geben mußlest, ohne es zu wollen und ohne es zu wissen, ein Zeuguiß dafür, daß Mensch und Sünde nicht zu einander gehören, daß die Sünde entwürdigt, und daß du nur dann groß und glücklich bist, wenn du sie fliehst. Sieh, das ist ein neuer Schofarton aus dem erschreckten Herzen. Und mit der tiefen Scham, dem namenlosen Weh der Reue erfaßt dich ein anderes banges Gefühl, und du frägst: Wie kann ich noch weiter bestehen, wo ich gefunken bin, kann ich noch würdig werden, wo ich nüch selbst entehrt? Was kann der sündige Mensch noch aus sich bauen, was sich achten und an seinem Leben Gefallen finden? was ist es anders, als unverdientes Gut, was er von Gott geuoffen, was ist alle Lust der Erdenwelt, so die innere Freude fehlt? Siehst du, das ist der höchste Grad deines Herzensbruches, erst hast du deinen Stolz, dann deine Krone, daun deine Freude gebrochen. So tönt der dreifache 2^^'^-Ton aus deinen: geprüften Herzen zu Gott. Doch, was frommt es dir, mein theurer Bruder, wenn du dich nicht nur gebrochen fühlst, sondern dich gar zu zerstören suchst, was nützt die Reue mit ihrer Qual, die wie Feuer in den Gebeinen zehrt? Nein, das ist nicht Gottes Wunsch. תשב אנוש עד דכה והאבר שובו בני ״ אדםErst führt Gott von: Hochmuth ab zun: Kleinmuth, vom Kleinmuth aber lenkt er dich zum Menscheunutlh, zur

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