Mannheim
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187419241975
  1. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 169

    169 gütigen Vorsehung, hatte sich Israel rnenschenentwürdigendein Götzendienst in die Arme geworfen, ״vergessend des Urfelsens," der ihm Schutz und Hort hätte sein sollen. Und wiederum merkwürdig, war es dasselbe Volk, welches geächtet und …

  2. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 170

    170 Einzigen angebahnt; in der Steppe moralischer Einöde eine Gasse gebrochen der Idee, der Wahrheit, dem Recht und der Humanität. Diese Früchte, die Israel am Baume der Menschheit zeitigte, dienten nachgerade zur Labung und Gemüthsstärkung…

  3. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 171

    171 Abgeschlossenheit zeigte sich denn auch hin und wieder bei dem Blitzeszucken manch weltgeschichtlichen Unwetters, daß der langgestreckten Zukunft weite Fernsicht sich aus den äußersten Um ׳ rissen immer deutlicher abzuheben beginnt. Die…

  4. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 172

    172 II. M. a. Z.! Von dem prophetischen Aufruf, ״ebnet einen Weg in der Wüste für Adonai" ausgehend, gestaltete sich uns am Gängelband einer in großen Zügen sich ergehenden geschichtlichen Betrachtung dieser Zuruf nicht blos zum Trost, sond…

  5. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 173

    173 einen Weg zum Herzen der Menschheit zu ebnen, betraut werden, damit es lehrend selber lerne, wie es sich einer völligen Umgestaltung zu unterziehen habe. Eine solche Umgestaltung, welche treffend durch das Aufschütten der Thäler und Abt…

  6. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 174

    174 Schaffungslust und zu Thaten drängender Kraftbethätigung begeistern. Dieser Begeisterung heilige Lohe muß allerdings vor Allem in Israels eigenem Herzen angefacht und genährt werden, ehe an deren wohlthuender Religionswärme der Menschhe…

  7. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 175

    175 durch Einsetzung in ihr geheiligtes Recht der Beachtung erhöht, wo dahingegen inhaltslose Satzungsverrichtung und gedankenlose Gewohnheitsthat berghoch sich thürmt; wo des unschönen Brauchs höckeriger Auswuchs sich zeigt; und die ״Wege …

  8. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 176

    176 Hebung eintreffen werde! Und die Gelehrten, biejfo bitterlich weinten, riefen lächelnd aus: עקיבא ניחמתנו עקיבא ניחמתנו ״Akiba, du hast uns getröstet, Akiba, du hast uns getröstet!" Auch wir sind getröstet. Das alte Zion ist nicht mehr,…

  9. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 177

    177 wollen weihen diese Stätte Deinem heiligen Namen, den Du uns geoffenbart, und Deiner Liebe, die Du über uns ausgegossen hast. Darum sei hier der erste Hauch meines Mundes, der erste feierliche Laut meiner Lippen, Lob, Preis und Dank Dir…

  10. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 178

    178 gen speisen, den Nackten bekleiden? Und ist der nur krank zu nennen, der von Leiden und Schmerzen an seinem Leibe, von Krankheit und Siechthum an seinem Körper heimgesucht, heimtückisch überfallen wird? — Zunächst und im engsten Sinn si…

  11. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 179

    1) Der Gotteserkentniß und Belehrung, 2) dem Gottesdienste und 3) der Menschenliebe. Ein alter Rabbi sprach einst den Grundsatz aus: על ״ שלשה ונו׳Auf drei Dingen steht die Welt, und zwar: על ההורה auf der Lehre, ועל העבוהה auf dem Gottesdi…

  12. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 180

    180 durch die Thatsachen und das Leben abgezwungener Anerkennung sprechen mußte, an das Wort: 'מה טבו אהליך וגו ״Wie schön sind Deine Zelte, Jakob, Deine Wohnungen, Israel!" I. Welchem Zwecke, m. a. Z.! soll diese Stätte dienen, von der her…

  13. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 181

    181 אי. wägende Urtheilskraft — nicht aber an die heißblütige Phantasie, nicht an die leicht bestechliche Einbildungskraft des Menschen. המלאך בין אדם ואלהיו הוא שכלו sagt Jbn Esra: ״Der Engel, der den Menschen mit seinem Gotte verbinden so…

  14. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 182

    182 kenden und Ftthlenden wenden, die Hörer überzeugen und durch die Ueberzeugung ihre Herzen gewinnen, ihre Begeisterung entzünden und sie zu edlen Thaten Hinreißen. Die Lehre und Erkenntniß sei die Mutter des Wortes, das hier ertönt, und …

  15. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 183

    — 183 — 1 meinde von der ihm eingeräumten Lehrkanzel herab durch die reine Lehre und Erkenntniß zu erleuchten und zu erwärmen, Hinzureißen und zu begeistern, — nicht aber auf die leicht zu erhitzende Phantasie zu wirken und die Einbildungsk…

  16. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 184

    184 mentlich diesen Raum, indem wir uns hier befinden zu einer Stätte des Gottesdienstes. Hier soll das Geschöpf der Majestät seines Schöpfers in tiefer Demuth nahe treten. Hier, in dieser B u n d e s l a d e, soll die heilige Thora, die Le…

  17. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 185

    zum Preise des Einig-Einzigen, des Gottes Israels ertönen; während der ganzen Badezeit, von dem Augenblicke an, wo der Frühling erwacht und die Vlüthenkelche öffnet, bis im Herbste die letzten Früchte sind reif geworden, und der Erntefegen …

  18. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 186

    186 Landes gegen die römischen Legionen vertheidigt haben. Damals lebte ein weiser Rabbi, Namens R. Jochanan ben Sakkai, besten ganzes Leben der ״Lehre und dem Gottesdienst" geweiht war. So lange Vespasian Jerusalem belagerte, weilte R. Jo…

  19. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 187

    187 ,A Ja, m. a. Z., ׳גמילות חסדים Wohlthätigkeit, das ist das dritte und letzte, aber auch das Hauptglied in der Reihenfolge der Säulen, die das Baugefüge unseres Glaubens stützen. Die ersten beiden Säulen konnten wohl zuweilen wanken und …

  20. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 188

    rael, das seine Söhne nicht blos von den Rechten des Staats, sondern auch von den Wohlthaten der gemeinsamen Armen- und Krankenpflege ausschloß, fast im Erlöschen begriffen ist, — so blüht Israels Menschenliebe heute noch ebenso üppig, und …