Mannheim
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187419241975
  1. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 189

    189 denn nicht Unduldsamkeit und Lieblosigkeit gegen Andersgläubig hat zu dieser Ausschließung Anlaß gegeben, — nein! sondert die ganze Einrichtung des Hauses selbst, — diese Stätte, die der Lehre Israels dienen, — dieser heilige Raum, der …

  2. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 190

    verhältnißmäßig so kurzen Zeit von zwei Jahren die Hallen dieses' Hauses zu weihen. Aber, o Herr und Gott! die Anstalt, die wir hiermit zur Ehre Deines Namens und zur Ehre Israels eröffnen, auf daß ihr Name genannt werde: ״ בית רפואהein Hau…

  3. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 191

    191 Stimmung zu erzeugen. Hier auf dem weiten Todtenfelde ruhen sie Alle, die vor uns aus Erden gewandelt, die vor uns des Daseins sich gefreut, gestrebt, gekämpft, gerungen haben in ihren engen Häusern; sie schlafen sanft den ewigen- Schla…

  4. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 192

    192 andere Leben; ja noch mehr, fuhr R. Jizchak fort, der Schriftvers, welcher meinem Ausspruche zu Grunde liegt, spricht sogar von einem Fortleben unseres Stammvaters Jakob in dieser Welt, dieser Schriitvers lautet: ״Du aber, mein Knecht J…

  5. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 193

    193 betrachten, wir wollen in den Heimgegangenen die Vergangenheit in ihren lebensfrischen, lebenskräftigen Gestaltungen uns vor Augen führen, und aus der Vergangenheit die Zukunft zu erkennen suchen, wie das auch schon Koheleth als Weishei…

  6. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 194

    194 jahre zu zählen beginnen, erst von diesem denkwürdigen Tage an ist der Anfang der Geschichte Israels. Schön und sinnig findet sich dieser Gedanke in einer anderen Midraschstelle ausgesprochen: קול דודי הנה זה בא זה משה בשעה שבא ואמר ליש…

  7. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 195

    euch angefangen hnt, müsse die gute Verwendung der Zeit euer Hauptstreben sein. O, es ist ein gar wichtiges Gebot, das Gebot des Zählens der Tage, und je größer die Ausgabe eines Volkes ist, je bedeutungsvoller die einer Nation zugedachte B…

  8. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 196

    — 196 — derzeichen", das wurde Israel schon beim Beginne der Morgenröthe seiner Befreiung ans Herz gelegt und als seine Bestimmung vorgezeichnet, so können wir auch mit vollem Rechte den angeführten Psalmvers in dem Sinne deuten: לא אמות ״ …

  9. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 197

    Stufe auf der himmelanstrebenden Leiter der Cultur und Civilisation eine Nation erklommen hat, so forschet nur nach der Stellung, welche die Israeliten in ihrem Lande einnehmen; eine Nation, in deren Mitte der עץ הדעת der prachtvolle Baum d…

  10. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 198

    198 aufrecht in seinem Glauben an die einstige Befreiung und Erlösung durch seinen Gott." Eine Unterredung zwischen R. Josua ben Chananja und den Römern, welche uns der Talmud aufbewahrt hat, zeigt, wie der jüdische Geist selbst in kr trübs…

  11. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 199

    199 ertödten, wollte nach Zion, von welchem die Lehre der Wahrheit ausging, die Lüge verpflanzen, auf dem Berge des Einig- Einzigen Gottes die Scheusale des Götzencultus ausrichten. R. Josua verlor den Muth nicht, sein mildes Trostwort stär…

  12. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 200

    200 stehende große und herrliche Zukunft anstimmen. Und wer hatte Recht? Die ungläubigen Römer, oder der glaubensstarke jüdische Rabbi? Die Römer, welche auf ihren stolzen Lebensmuth pochten, sie sind schon mehr als anderthalb Jahrtausende …

  13. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 201

    201 zu gestalten. Während nun die Thora, das Studium der Gotteslehre, das geeigneteste Mittel zur Veredlung des Menschen ist, so wird durch die Abo da, den das menschliche Gemüth erhebenden und beseligenden Gottesdienst, der Mensch immer en…

  14. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 202

    labenden Schatten alle Völker der Erde Seelenerquickung ge- .funden haben, durch welche das Götzenthum vernichtet und die welterlösende Erkenntniß des einzigen Gottes mit ihren Segnungen verbreitet wurde. Aber wir können auch auf die Aboda,…

  15. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 203

    203 beleuchtet war, er wußte nur von Gott, so lange, während der kurzen Zeit, in welcher ihm das götttliche Wort wurde, kaum war diese Zeit vorüber, so war er nicht mehr der Prophet Bileam, war er Bileam, der Zauberer, der Todtenbeschwörer,…

  16. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 204

    204 thätigkeit zu üben, nt. g. Z., ist die Chebra Kadischa berufen, und es ist ein hoher und heiliger Beruf, welcher ihr zu Theil geworden ist. Als Moses zum ersten Male Männer, welche die Führer und Leiter des Volkes sein sollten, zu wähle…

  17. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 205

    205 Tobten begraben." Unsere Weisen wollen damit sagen, die ehrenvolle Bestattung der Tobten ist ein von Gott eingesetztes Gebot, und der Mensch übt eine gottwohlgesällige That, wenn er der entseelten menschlichen Hülle den letzten Liebesdi…

  18. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 206

    — 206 — Gedanken die mannnigfaltigsten Gestaltungen an; einmal schien es mir gar, als hätte sich eine Höhle unter mir geöffnet, und ich sank tief und immer tiefer, als wollte der Abgrund mich verschlingen. Als ich mich wieder sammelte, zeig…

  19. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 207

    207 ♦ Volk gewirkt? Die Antwort haben wir leicht gefunden, wie drei glänzende Edelsteine leuchten aus dem Wirken Israels Thora, Aboda und Gemiluth Chasadim hervor, sie erscheinen wie drei große Sonnen im Dunkel der Zeiten, sie bilden ein he…

  20. 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 208

    208 ♦ Gefühl und einen empfänglichen Sinn für das Weh seiner leidenden Mitmenschen habe; ואמת א1מר אל יברא שכולם שקרים die ״Wahrheit" wiedersprach dieser guten Meinung, denn der Mensch sei voll Lug und Trug; צדק אומי יברא שהוא עושה צדקה es …