Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 3 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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170 Einzigen angebahnt; in der Steppe moralischer Einöde eine Gasse gebrochen der Idee, der Wahrheit, dem Recht und der Humanität. Diese Früchte, die Israel am Baume der Menschheit zeitigte, dienten nachgerade zur Labung und Gemüthsstärkung der ganzen, civilisirten Welt, aber des Pflanzers vergaß man, ohne zu bedenken ׳נוצר תאנה יאכל פריה daß, wer den Feigenbaum gepflanzt, auch von dessen Früchten genießen sollte, und fürwahr, hätte Israel sich nicht von der kräftigen Geistesnahrung seiner Lehre gestärkt, לחם אבירים אכל ausgestoßen von der Gesellschaft sich selber genügt, es wäre nicht blos zur Zeit der allgemeinen Geisteshungersnoth verkommen, sondern auch später, da durch Israels Lehre ״ ותפר,הנה כיני ובניהםdie Augen Beider bereits aufgingen," die Geistesaugen beider Tochterreligionen erleuchtet wurden und man zur Einsicht desien gelangt war, כי טוב העץ למאכל wie herrlich süß des Religionsbaumes Früchte schmecken, auch in dieser nicht mehr gottverlassenen Zeit allmählich erstarkenden Humanität wäre Israel, dem die undankbaren Völker den Mitgenuß an den zuerst gezeitigten Früchten humaner Anschauungen und der fortschreitenden Gotteserkenntniß verleideten, kläglich zu Grunde gegangen. Allein, jemehr Israel die jeweilige Gegenwart verleidet ward, desto mehr vertiefte es sich nach Innen, desto regeren Antheil nahm es an der Vollendung seines eigenen geistigen An- und Ausbaues, wohl wissend, daß in sich geeint und gefestet in und durch seine Lehre es dem mächtigen Andringen der anstürmenden Kindlichen Elemente von Außen mit Erfolg widerstehen könne. Außerdem hatte ja Israel nebst seiner Lehre eine starke Bundesgenossin, die Zeit, und es hatte keinen Augenblick inmitten seiner Drangsalszeiten der Ermuthigung seines Propheten vergessen ״ הבאים ישרש יעקבIn der Zukunst wurzelt Jakob, blüht und knospet Israel und füllet die Welt mit geistigen Früchten." Seit 18 Jahrhunderten hat Israel den Ausblick aus diese Zukunft, aus den engen, dumpfen Ghetti's auslugend, nicht aus den Augen verloren. In der langen, bangen, traurigen, schaurigen Nacht seiner bürgerlich-socialen Aus- und