Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 3 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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175 durch Einsetzung in ihr geheiligtes Recht der Beachtung erhöht, wo dahingegen inhaltslose Satzungsverrichtung und gedankenlose Gewohnheitsthat berghoch sich thürmt; wo des unschönen Brauchs höckeriger Auswuchs sich zeigt; und die ״Wege Gottes, die grad sind", steil und unzugänglich gemacht werden: da muß Israel -seines Trostpropheten Worte zur erweckenden Mahnung All denen machen, die in der L ä u t e r - ung des Judenthums einen hauptsächlichen Bestandtheil der jüdischen Messianität erblicken, die Worte: ״Siehe, ich mache dich zu einer Dreschwalze, die scharfkantig, neu und mit doppelter Schneide Berge zermalmen, Hügel in Spreu verwandeln soll.". Erst wenn Israel solchergestalt den Läuterungsprozeß vollbringt, Berge abträgt, zur Spreu wandelt, dafür aber das nahrkräftige Korn seiner Lehre zur Geisteskost macht, dann erst wird es voll Selbstbewußtsein sprechen: י הנה אשא ״ אל גוים ידיAuch zu den Völkern erhebe ich meine Hand, ואל עמים ארים נסי allen Nationen voran trage ich mein Panier" und überall wird sich offenbaren Gottes Herrlichkeit, und die Gesammtheit wird zur Einsicht gelangen, daß Gott gesprochen. Gott hat gesprochen: ״Euretwegen soll Zion zum Feld umgepflügt werden." (Mich. 3, 12.) Er war es auch, der da verheißen (Sech. 8, 4): ״Noch werden einst Greise und Greisinnen in Jerusalems weiten bewohnten Straßen sitzen." Auf diesen scheinbaren Widerspruch gestützt, tröstete einst R. Akiba seine Zeitgenossen. Einst gingen nämlich, erzählt der Talmud (Ende Makkoth), R. Gamaliel, R-- Elieser b. Azaria, R. Jehoschua und R. Akiba in der Nähe von Jerusalem. An dem Tempelberg angelangt, sahen sie einen Fuchs aus dem Allerheiligsten kommen. Die drei erstgenannten jüd. Gelehrten fingen bei diesem Anblick bitterlich zu weinen an, bloß R. Akiba lächelte. Darüber zu Rede gestellt, antwortete dieser, das von Micha vorausverkündete traurige Ereigniß sehen wir nun vollständig eingetroffen, Zion ist wüste, und wilde Thiere Hausen im Allerheiligften. Dieses eingetroffene traurige Ereigniß ist mir aber die sicherste Bürgschaft dafür, daß auch Sacharia's Verheißung von Jerusalems Wiederer-