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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 178

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
3 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 178 (sequence 14)
Language
German
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178 gen speisen, den Nackten bekleiden? Und ist der nur krank zu nennen, der von Leiden und Schmerzen an seinem Leibe, von Krankheit und Siechthum an seinem Körper heimgesucht, heimtückisch überfallen wird? — Zunächst und im engsten Sinn sind das freilich die Armen und Kranken, denen die Pforten dieses Hauses weit und gastlich geöffnet werden sollen, um Balsam auf ihre körperlichen Wunden zu gießen, um ihre leiblichen Wunden zu heilen, weil ihnen selbst auch die nöthigsten Mittel abgehen, auch nur ihr nacktes Leben zu fristen, geschweige Arzt, Heilmittel und Pflege für ihre körperlichen Uebel sich zu verschaffen. Aber, m. a. Z.! es giebt noch andere Arme, als diejenigen sind, die nur leiblich hungern und dürsten. Auch diejenigen sind sicherlich arm Zu nennen, denen zwar mehr Gold und Silder zu Gebote steht, um ״Brod zu essen und ein Gewand zum Bekleiden" sich zu verschaffen, — die aber hungrig nach Erkenntniß, durstig nach den Quell * des Lebens in der Lebenswüste schmachten und verschmachten. Auch die Geisteshungrigen und die Erkenntnißdurstigen sind arm und auf unsere Menschenliebe angewiesen. Und endlich kann der Körper zwar gesund und und kräftig sein, der Geist zwar klar und hell sehen, — das Herz des Menschen aber tausendfach verwundet und zerrissen, das Gemüh in allen seinen Tiefen erschüttert und zerschlagen, aus unzähligen Wunden bluten. M. a. Z.! Auch solche Armen, die im Geiste hungern und nach Erkenntniß dürften, — auch solchen Kranken, die am Herzen bluten, — auch solchen Armen und Kranken sollen die Pforten dieses Hauses weit geöffnet stehen, um den Geifteshungrigen von dieser Lehrstätte herab das Brod der Gotteserkenntniß zu brechen, um die Gebeugten und Gebrochenen in diesem gottgeweihten Raum durch den Trost des Gottesworts zu erheben, durch die Erbauung der Gottesandacht aufzurichten. Mit einem Worte: Wir wollen diese von edlen Menschenhänden mit dem Willen der Liebe aufgerichtete Stätte einem dreifachen Zwecke heiligen und weihen und zwar:

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