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Jahrg. 1. Berlin, September 1902. No. 6 Volkstum und Volkskultur. I Jas jüdische Volk ist ein Volk ohne eigenes Land nnd ohne einheitliche Sprache; damit bildet sein Leben eine Anomalie im Leben der Völker. So kommt es, dass von den Begriff…
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No. 6. ausgehen und darnach den Begriff Volk aufstellen, die Gegner aber diesen Begriff nur aus der Betrachtung der übrigen Völker konstruieren, indem sie von vornherein die Juden als Volk nicht mitrechnen, und noch dazu von dem heimlichen …
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No. 6. 83 der Technik, die Erzeugnisse des Ackerbaus begriffen, die dem Menschen seine materielle Existenz ermöglichen und erleichtern und — eigentlich nur ein wichtiger Teil dieser Funktion — den Verkehr der Menschen untereinander fördern.…
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84 No. 6. momenten gleichzeitig wirkt, der aber auch, für sich genügt, um zur Volksbildung zu führen -(erklärlicher Weise, denn die territoriale Gemeinschaft selbst heterogener Elemente wird einen Kreis gleicher Interessen erzeugen, der ein…
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No. 6. 85 lieh in der ideellen Kultur ausspricht. Man glaubt zwar auch die materielle Kultur der Völker durch angeborene Vorliebe und Fähigkeiten zu erklären; doch spielen hier wohl mehr die äussern Verhältnisse eine entscheidende Rolle. Wü…
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86 No. 6. erprobten Zusammenschlusses durch das Gesetz und der Erwerbung von Territorium und Souveränität. In der durch politisches Unglück vielfach unterbrochenen Zeit grösserer oder geringerer Selbständigkeit pulsiert das Leben der jüdisc…
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No. 6. 87 Dass man von der materiellen Kultur eines zerstreuten Volkes nicht sprechen kann, ist ohne weiteres klar. Die Güterproduktion einzelner ihm angehörender Kinder, welche unter den heterogensten, von ihrem Volkstum ganz unabhängigen …
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88 No. 6. stehend, ausgeschieden haben, um das Gebiet der Kunst und der Ethik. Zunächst die Kunst: Es ist über jeden Zweifel erhaben, dass sie bei jedem Volke durch dessen Eigenart beeinflusst wird, und man könnte deshalb in der Tat glauben…
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No. 6. 89 dischen Maler Israels und Liebermann zur holländischen bez. deutschen Kunst. Für einen Teil der Kunst, die Poesie, ist es weniger die staatliche Gemeinschaft, die es uns möglich macht, eine nationale Zusammenfassung vorzunehmen, a…
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90 No. 6. Gott und "Welt, von Tugend und Laster sind bestimmend für die Gewohnheiten und Vorlieben in der Lebensführung, für die Gedankenrichtung der Weisen, die Gefühlswelt des Künstlers. Die sittlichen Ideen sind der praecise Ausdruck des…
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No. 6. 91 mehr Recht, ihr Lebenswerk als den Teil einer jüdischen Kunst zu betrachten, als das eines jüdischen Künstlers, den Angelegenheiten seiner Nation indifferent gegenübersteht, haben wir nicht. Eine jüdische Kultur wird von selbst wi…
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92 No. 6. Existenzberechtigung nachzuweisen, dass es noch Grosses auf Erden zu leisten hat. Kein Mensch braucht einem die Frage zu beantworten, womit er seinen Anspruch auf Dasein begründet; er lebt nicht, weil er etwas zu leisten hat, sond…
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No. 6. 93 Dank der Erkenntnis und Besonnenheit erfahrener Männer aus der „Veda", die einsahen, dass in der heutigen Zeit der Parteikämpfe, wo ein jedes Volk und jede Nationalität zur Wahrung seiner Interessen sich lusammenschart und fest zu…
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94 No. 6. bindungen um die Gunst arischer Kommilitonen gebuhlt wird. Und diese Juden haben stets dem Blicke der ganzen Welt, auch ihrer ärgsten Gegner, standgehalten und sich ihres Urteils nie zu schämen brauchen. Auch darin müssen wir der …
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No. 6. 95 tatsächliche Feststellung lediglich in mysteriösen Andeutungen zur Urteilsbegründung herangezogen wird. Die Vermutung ist deshalb nicht von der Hand zu weisen, dass für den Senat in der Hauptsache andere Gründe als die in der Moti…
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…nfalls haben wir ja einen Papierkorb. Redaktionsschluss für No. 7 (Oktobernummer) 6. Oktober. Redaktion und Verlag: Dr. Heinrich Loewe, Berlin N. W. 40, Lehrterst a se 14 15. Abonnementspreis jährlich 3,60 Mk.; die einzelne Nummer kostet 4<> Pfennig. Gel…
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Jahrg. 1. Berlin, Oktober November 1902. No. 7 8 Jüdische Kommilitonen! _<*>_ •X' Zum Teil wisst Ihr, zum Teil werdet Ihr es erfahren, dass Hass und Abneigung den Juden auf der Universität umgeben. "Weil Ihr Juden seid, werdet Ihr auf der H…
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98 No. 7/8. In Eurem Judentum wurzelt Eure beste Kraft und nur so könnt Ihr in dem Kampfe, der Euch aufgezwungen ist, siegen, wenn Ihr Euch dahin stellt, wohin die Geburt Euch gerufen hat, wenn Ihr aus dem Boden des Judentums, aus seiner gr…
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No. 7/8. 99 Die luden und die Kunft Disposition zu einem Vortrag. Von Dr. med. Theodor- Zlocisti (-Berlin). Alles höhere Leben ist Kunst. Die Kunst macht uns erst zum Menschen, wie Schiller sagt. Aber das Bewusstsein unserer Höherstellung s…
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…ches Werk? das in allen Formen dichterischen Schaffens den ganzen Reichtum seelischer Stimmungen in sich birgt. Was ist Homer gegen die Bibel! Dass die Bibel das Werk der Menschheit geworden ist, ein nie versiegender Born, aus dem die grössten M…