Mannheim
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  1. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 77

    78 thende Volk zu beschwichtigen; ihre Autorität wurde mit Füßen getreten, man achtete, weder Drohungen noch Bitten und über« ließ sich ganz dem Morde und dem Raube. Palma war in zwei Lager getheilt; Matrosen und Arbeiter standen den Ritter…

  2. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 78

    79 digen zu scheiden, die Insel zu einer Straft von 150,000 Fl. verurtheilte. Mallorca sandte Deputirte an die Königin, um diesen Beseht rückgängig zu machen. Im Namen der Adelspartei stellten sie ihr vor, daß sie nicht die Schuldigen wären…

  3. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 79

    …ften von hier aus Handelsverbindungen mit den früheren Heimathsländern und den gegenüberliegenden afrikanischen Städten Tunis, Algier u. a. an^). Die Wichtigkeit und Bedeutsamkeit der Insel in mercantilischer Beziehung war dem aragonischen Erobe…

  4. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 80

    …en Wanderstab und wandten stch friedlichern Gegenden, besonders der malabarischenKüsie20) und den afrikanischen Städten Tunis, Tlemsan, Algier, Honain u. a. zu. Sie durchdrängen mit der Erfahrung ihrer eigenen Vergangenheit der Zukunft dichten S…

  5. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 81

    … Letztgenannter wohnte ebenfalls dort 24), gleichzeitig mit dem bereits erwähnten Mardochai Nagar, welcher später' nach Tunis übersiedelte^), und einem Anbalsom Ephraim, dessen Kenntniß in der Arithmetik gerühmt wird. 26) R. Samuel Chalawi war e…

  6. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 82

    83 Werfen wir, ehe wir "zu unserer Geschichte zurückkehren, noch einen flüchtigen Blick auf die religiösen Verhältnisse her Juden Mallorca's, wie sie sich mit dem Ende des 14. Jahrhunderts gestalteten, so haben wir besonders drei Hauptparte…

  7. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 83

    84 christlichen Familien, aßen und tranken mit ihnen, legten sich christliche Namen bei, accomodirten sich, mit Hintansetzung ihrer religiösen Pflichten und Obliegenheiten, den Landessitten 33), huldigten im Allgemeinen dem crassesten Jndif…

  8. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 84

    85 Wie auch das Taufunwesen auf Mallorca wüthete und welchen Triumph Ferrer dort auch feierte, die Juden hatten sich als Gemeinde dennoch erhalten; sie besaßen noch zwei Synagogen und über sechszig Thorarollen38). Das hierüber unwillige Vol…

  9. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 85

    86 weltlicher Macht, gab der Bischof endlich nach und entließ die Juden am 6. Mai der Hast. Waren sie frei? Keineswegs; es war nur ein Wandern vom Episcopal-Gefängniß in das des Staates. Mehrere Tage verflossen, ehe der Gouverneur Anstalten…

  10. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 86

    87 Astrue Sibili^) aus Mallorca, ließ sich zum Gouverneur führen. Freiwillig übergab er sich dem Gerichte, um dadurch glauben zu machen, daß er, der als der Hauptanstifter des Verbrechens beim Volke verrufen war, unschuldig und furchtlos fe…

  11. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 87

    88 Die Verurth eilten wurden alsbald den Beichtvatern übergeben, damit diese für ihr Seelenheil beteten. Sie beteten, wie der Chronist versichert, mit solcher Gluth, daß sie die Freude hatten, die vier jüdischen Dulder in den Schooß der Kir…

  12. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 88

    89 Am Morgen dieses Tages — es war an einem Freitage — begab sich der Bischof in die Hauptkirche und betete zum Herrn, den Sinn des Gouverneurs zum Ruhme des Glaubens zu lenken. Die ganze Kirche war gefüllt; alle Neubekehrten wohnten zum er…

  13. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 89

    90 groß gezogen und erhalten, hat während seines achtzehnhundertjährigen Weilens in der Verbannung unzählige Belege für diese Wahrheit geliefert. Neue Proben von der jüdischen Hartnäckigkeit bieten uns die Juden Mallorca's, von denen wir un…

  14. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 90

    91 nahm sie von Neuem als reuige Kinder auf und die Herren des Tribunals belegten sie, trotz der Amnestie, mit einer Geldstrafe von 10,000 Thalern. Eine ähnliche Procedur wiederholte sich in dem Jahre vor der allgemeinen Vertreibung der Jud…

  15. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 91

    92 der geheimen Juden Mallorca's bekannt machte. Sei es wegen der Uneinigkeiten, welche unter den Mallorcanern selbst ausbrachen, sei es in Folge der Epidemien, welche hier nur all zu häufig wütheten, sei es, daß fie die Geschicklichkeit ha…

  16. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 92

    93 des Palmbaums erquickenden Schatten, alle Reize der Inselaus, wenn sie, selbst hochgestellt und geehrt, in einem steim Lande ein freies Lied erschallen lassen und als freie Menschen frei und offen ihrem Judenthume leben konnten. Einer de…

  17. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 93

    94 welcher „sie das Gesetz lehrten und jüdische Ceremonien übten," wurde entdeckt und, nachdem der Scheiterhaufen erloschen war, von Grund aus zerstört. Am 23. April wurden 52 und sieben Tage später 62 Persosonen in den Kerker abgeführt, um…

  18. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 94

    95 zu, der Rest diente als eiserner Fond zur Erhaltung der Herren Inquisitoren von Mallorca und zur Errichtung des nothwendig gewordenen Jnquisitions-Gebäudes. Dem Auto vom 7. März 1691 folgte ein anderes am 1. Mai, mit 25 der in ihrem Fluc…

  19. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 95

    96 Mallorcanern im Andenken. Mallorcanische Troubadoure haben in zierlichen Versen, welche noch heute von den Frauen der Insel bei der Arbeit gesungen werden, ihren Tod verewigt.^) Der eine dieser Verse lautet: t Es nähert sich die Prozessi…

  20. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 96

    97 Madrid kaum ein Unterkommen finden konnte.öö) Auf diese festliche Versammlung deutet der folgende Vers hin: Von Jvi?a strömet das Volk herbei; Die Bauern von Arta, von Andraix, „Heut' am sechsten des Monats Mai Erschallt ja der Juden Weh…