Mannheim
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  1. 1915-05-01 · 1 (5.1915) · page 10

    ausgelassen und lustig. Als der Major uns mit der Aasperlefrage begrüßt: „Seid ihr alle da?" und ihm ein tosendes „Ja" entgegenfchallte, waren alle Bande frommer Scheu gebrochen, Lampions wurden angezündet, auf furchtbaren, felbstgezimmerte…

  2. 1915-05-01 · 1 (5.1915) · page 11

    gotischen Aathedrale, sehr schönen Plätzeli und den Lhamps Elysees, die sich überall sehen lassen könnten. R. und ich bekamen von dev Kommandantur ein sehr schönes Quartier bei Monsieur Moguet, Lue de Tambrai \7, angewiesen, zwei prächtige …

  3. 1915-05-01 · 1 (5.1915) · page 12

    Flüchtlinge Lin kalter, verregneter Aprilabend. Ls ist spät geworden, als wir die Führerfitzung schließen und nns fröstelnd auf den Heimwege wachen. Aber noch gibts kein Schlafengehen, noch gilt es Arbeit zu leisten für unsere unglücklichen…

  4. 1915-05-01 · 1 (5.1915) · page 13

    er arbeitet, arbeitet darauf los, ohne^ sich viel Gedanken über menschliches Elend zu machen. Wer aber mit den Leuten in den Waggons erst einmal zu sprechen beginnt, dem offenbaren sich Szenen voll Tragik, voll menschlichen Leides in einer …

  5. 1915-05-01 · 1 (5.1915) · page 14

    schon setzt sich der Zug in Bewegung. Aus den Fenstern winkt man uns dankbar zu, ein letzter Gruß noch, dann ist der Zug vorüber. Wir stehen frierend auf dem regennassen Bahnsteig, packen Körbe und Flaschen und gehen traurig nach Hause. Pra…

  6. 1915-05-01 · 1 (5.1915) · page 15

    -es Krieges. Aber seht genauer hin, und Ihr werdet sehen, wie der Leib erbebt, wie alle Glieder krampfhaft gespannt find vor Anstrengung. Ihr seht einen Titanenkampf! Das Geschehen der Gegenwart ist zu groß, als daß ein Ietztlebender es gan…

  7. 1915-05-01 · 1 (5.1915) · page 16

    tm& viel Mazzos. Eine Hai sich entschuldigt, sie könne nicht mit, fir hätte keinen „jomtofdicken" Rucksack. An einem andern Sonntag sind wir auf den höhen von Icking und Welchstedt Ski gelaufen. Die kleinste von Allen, die Edith, ist mit vi…

  8. 1915-05-01 · 1 (5.1915) · page 17

    Freude an eurem Wanderbnnd erleben. Nur wenn lauter Ccnle bei uns sind, auf die man stolz sein kann, nur dann gehen wir einer Zeit entgegen, wo auch der einzelne wirklich stolz ist in dem Bewußtsein, ein Blau-Weißer zu sein. Und daran sollt…

  9. 1915-05-01 · 1 (5.1915) · page 18

    zu. Rasch kleidete ich mich an und eilte zum Sammelplätze, unserm 6eim. Um 7*° Ahr waren alle anwesend, worauf von unserem Führer die Menagen, Kochgeschirre, Aexle und sonstigen Gegenstände verteilt wurden. Um 8 Uhr marschierten wir los. Di…

  10. 1915-05-01 · 1 (5.1915) · page 19

    Fahrt Heidelberg—Drei-Eichen—KoMfjof— Rohrbach—Heidelberg 5. I. |^|5- Das dürre Laub raschelt unter uns. Wennwir fest hineinschreiten, rausche es — einer Schleppe gleich. Der wind jagt die Blätter; ste erhaschend dreht er pch mit ihnen; tan…

  11. 1915-05-01 · 1 (5.1915) · page 20

    Mrs den Wnndeebün-en Verttn. wir haben unseren Führer Alfred Steinfeld durch den Tod verloren. Er war der Führer unseres 6. Inges und har mit Eingabe und Pflichttreue in unserem Wanderbunde gearbeitet, wir alle, Führer und Wanderer, betraue…

  12. 1915-05-01 · 1 (5.1915) · page 21

    Unsere Mädels find außerordentlich rührig und haben allen unfern Lieben -im Felde große peffach-pakete geschickt. In unserem Stadtheim findet regelmäßig einmal in der Woche ein Kursus über jüdische Geschichte und ein hebräischer Sprachkursu…

  13. 1915-05-01 · 1 (5.1915) · page 22

    Es starb den Veldentod unser Freund und Führer Siegfried Berlinsky (Kriegsfreiwilliger) am 2. April bei Perthes in der Champagne. Nach dem Lode unseres teuren Fritz Sselig müffen wir Ln unsagbarem Schmerze jetzt den Verlust der mannhaft sto…

  14. 1915-05-01 · 1 (5.1915) · page 23

    Erzählender Teil Der Mond erzählt von I. L. P e r e 3. — verdeutscht von A. Horodisch. Von dem Anblick des weißen Marmors und der weißen Gasbeleuchtung ermüdet, zog ich in die Hintergäßchen und sah ... . . Aus einer verfallenen Bütte kommt …

  15. 1915-07-01 · 2 (7.1915) · page 1

    B L A U * WEISS BLÄTTER pp»»»»! LMM MONATSSCHRIFT „■ FÜR JÜDISCHES JU6ENDWANDERN JAHRGANG lll AB 5675 )UU 1915 NM 7LS HEFT S

  16. 1915-07-01 · 2 (7.1915) · page 2

    …se des Jüdischen Wanderbundes „Blau-Weiss“: in B e r 1 i n: Erl. Edith Henschel, Berlin-Halensee, Küstriner Straße 9 in Breslau: Erl. Else Kober, Breslau5,Museums-Platz 15 in C ö 1 n: Dr. Robert Gidion, Beethovenstr. 8. in Hamburg: Dr. Isaac Schwa…

  17. 1915-07-01 · 2 (7.1915) · page 3

    I-U *9*5 Jahrgang 5 2 Tischah B'ab „Die drei Wochen" zwischen dem s7. Tammus und dem 9- Ab Pnd Wochen der Trauer für das jüdische Volk. Am ^7. Tammus des Jahres 70 mußte in dem von Titus belagerten Jerusalem der tägliche Dpferdienst im Temp…

  18. 1915-07-01 · 2 (7.1915) · page 4

    kommen» russischer Beamter und der Bestialität beutegieriger Kosaken zum Dpfer gefallen ist. An Martern, Verzweiflung und Todesqual unschuldiger Männer und Frauen und hilfloser Kinder. Wir denken heute, am 9 Ab, an 600 000 unglückliche Brüd…

  19. 1915-07-01 · 2 (7.1915) · page 5

    …auert von allen Juden ohne Unterschied der Partei, die dem Judentum in treuer Liebe ergeben find. In schönen Worten hat Max Nordau, einer seiner treuesten Freunde, bald nach seinem Tode sein Bild gezeichnet: „Sein Geist nährte und schmückte fich an d…

  20. 1915-07-01 · 2 (7.1915) · page 6

    Der Herzl-Hügel*> Erinnerungen uns KnlLftinn - . i. Etwa zehn Minuten von der Nationalfonds-Farm Kineret entfernt, nordwestlich der Stelle, wo der Jordan den Tiberias-See verläßt, zliegt am Westufer des Sees eine kleine Halbinsel mit dem Na…