Mannheim
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Blau-Weiss-Blätter · 1915-05-01 · 1 (5.1915) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
3 (1915-1916)
Issue
1 (5.1915)
Date
1915-05-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Fahrt Heidelberg—Drei-Eichen—KoMfjof— Rohrbach—Heidelberg 5. I. |^|5- Das dürre Laub raschelt unter uns. Wennwir fest hineinschreiten, rausche es — einer Schleppe gleich. Der wind jagt die Blätter; ste erhaschend dreht er pch mit ihnen; tanzt, tanzt, daß man jubeln möchte, und fegt uns selbst beinahe mit. Die Lust ist lau, der wind ein wenig schneidend. Der Himmel über ans besät mit weißen Wölkchen. Und dort drüben rechts, durch die blatterkeeren Bäume: dieses Blau, dieses unendlich-undurchdringlichei Links haben wir den weiten Blick auf die Ebene. Dort ist es trüb, und der Himmel ist dort grau undschwer. Der wind ist wohl zu schwach. Er versucht, mit jammernden Stoßen die grauen, wuchtigen Wolken zu verjagen; es gelingt nicht. Da — „hedad — hedad" — die Jungens! UTit „wohlan, laßt das Sinnen und Sorgen" begrüßen wir sie- Gemeinsames Rasten, waffer holen. Drei Buden und zwei Mädel gehen mit Flaschen auf den alten Kohlhof. Und dann fitzen wir in der windumjagte» Schutzhülle um die Kochgeschirre. Ein Führer liest Karten und Briefe vor, bie unsere im Felde stehenden Blau-Weißen in den letzten Tagen geschrieben haben/ Danach wird auf dem steien Platz draußen gespielt, wir springen mit dem Wind um die wette. Die Züge haben sich wieder getrennt, wir Mädel gehen über Rohrbach^ nun von einer anderen Seite wieder Heidelberg zu. Die grauen Wolken haben gefiegt, und wenn wir in diesen düsteren Himmel sehen, will uns beinahe das bange Gefühl überkommen, welches in der Stadt so erdrückend um uns ist, — der Himmel mahnt so drohend an den Krieg. Es regned leife. Doch wir fingen fest. wir kommen an einem Kirchhof vorbei. Und alle find still. Eine summt leise eine traurige Melodie! Traurig, schwermütig, tief jüdisch! Und da recken wir uns plötzlich! In ollen Seelen ist die Ahnung, daß wir nicht die traurigen, — daß wir die jungen find. Müde und mit stischer Farbe kommen wir heim! Traumen von den tolltanzenden Blättern und der Melodie, welche so traurig, so jüdisch war, und wieder durchzuckt es uns: wir find die jungen. Mannheim Llare wohlgemnth Mitteilungen Itttftr B«irde»Vorfitzeirder, Dr. Adalbert Sachs, wurde zum Oberarzt .befördert. Ldithhenfchel Die Adresse von Sommer lautet: Gesteiter der Reserve Sommer, Festungstelegraphen-Vaukompagnie Nr. €, Lötzeir. befördert ttftu&ect: Ferdinand Black zum Leutnant; er weilt nach- . seiner zweiten Verwundung, die er am nördlichen Kriegsschauplatz erhielt, jetzt auf längere Zeit in Prag. — Leutnant Leo Bloch zum Bataillonsadjutanten. 20

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