Mannheim
Compact Memory

Blau-Weiss-Blätter · 1915-05-01 · 1 (5.1915) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
3 (1915-1916)
Issue
1 (5.1915)
Date
1915-05-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2425321-3181698-3181699--0375-3519993
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

zu. Rasch kleidete ich mich an und eilte zum Sammelplätze, unserm 6eim. Um 7*° Ahr waren alle anwesend, worauf von unserem Führer die Menagen, Kochgeschirre, Aexle und sonstigen Gegenstände verteilt wurden. Um 8 Uhr marschierten wir los. Die Gruppen trennten sich vor dem heim. Und nun will ich die Wanderung der zweiten Gruppe, bei der ich bin. beschreiben. Unser Führer war Sans Böhm. Der Marsch ging durch Gstrig. dann ab» wechselnd über Wiesen und Felder und auf sonnigen wegen. Manches schöne 'Lied sangen wir in den Morgen hinaus. Unsere Stimmung war überaus fröhlich. So marschierten wir auf der Nensaer Landstraße dahin, bis wir zu unserem Erstaunen zu einer neuen, uns ganz unbekannten Straße kamen, die nach Zawada führte und von uns benutzt wurde. An der Biegung der Straße stand ein Wegweiser, an dem ein toter Hase hing. Ein kleiner Wanderer machte sich das vor- ^gnugen, das Tier einzuschlagen. Da fielen nun aus dem Hinterteile lauter Sterne heraus, wir wanderten rüstig dis Zawada weiter. Bei den Windmühlen wurde Rast gemacht und gefrühstückt Darauf besichtigten wir mit Erlaubnis des Müllers die eine Mühle. Munter zogen wir weiter, bis wir nach stunde die Schjchowitzer Gderbrücke, unseren Treffpunkt mit dem ersten Zuge, sahen. Schon Don weitem bemerkten wir. daß die erste Gruppe bereits da war, und beeilten uns doppelt. Mit freudigem Schalom begrüßten wir einander. Nun gingen wir daran, einen Lagerplatz zu suchen, wir hatten schon einen gefunden, als die Soldaten, dre die Gderbrücke bewachten, zu uns kamen und uns ihr Feuer unter der Gderbrücke zur Verfügung stellten, wir nahmen das Anerbieten dankbar an. Legten Faschinen ums Feuer, unsere Mäntel darauf und uns selbst auf die Mäntel. Die mit dem Rochen betrauten Wanderer stellten den Hordenkocher übers Feuer And kochten die mitgebrachten Würstchen und Kartoffeln. Das Holz wurde uns Don den Soldaten umsonst zugestellt. Unterdessen spielten wir verschiedene Spiele und sangen den Soldaten und der Dorfbevölkerung, die sich um uns versammelt chatte, unsere schönen Wanderlieder vor. Jedes Lied wurde mit Beifall ausgenommen, da ertönte der Ruf des Oberführers, und wir holten uns das Mittagbrot, das wir auf den Brückenpfeilern fitzend, verzehrten. Nach einer Rast von .5 Stunden (ein bischen vielt M. R.) brachen wir auf und marschierten nach Nensa, der nächsten Bahnstation. Nachdem wir unterwegs noch eine Jagd auf Aale, die sich als Forellen entpuppten, gemacht batten, kamen wir wohlbehalten in Nenfa an. Da wir noch Zeit hatten, wanderten wir zusammen nach dem Birkenhain und legten uns an dem leismurmelnden Bache nieder. Nach kurzer Rast gingen wir zum Bahnhof, nahmen in einem Wagen 2 mal 2 ter j)latz und sausten der Heimat zu. Als wir rn Ratibor angekommen waren, ging eine Anzahl Wanderer durch die hintersten Gaffen nach Haus (?? M. R.), wir aber schritten unverfroren (?? M. R.) durch die Hauptstraßen unserer Wohnung zu. Ratibor F r L e d l L n d e r (<yuartaner>

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.