Mannheim
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Blau-Weiss-Blätter · 1915-05-01 · 1 (5.1915) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
3 (1915-1916)
Issue
1 (5.1915)
Date
1915-05-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Unsere Mädels find außerordentlich rührig und haben allen unfern Lieben -im Felde große peffach-pakete geschickt. In unserem Stadtheim findet regelmäßig einmal in der Woche ein Kursus über jüdische Geschichte und ein hebräischer Sprachkursus statt. wir erwarten mit großem Interesse die Ergebnisse der von Berlin veranstalteten Statistik; mit unseren Ziffern find wir verhältnismäßig (unter Berücksichtigung der Zeitumstände!) zufrieden. Ulein Namensvetter Otto Simon und Hans Feibetmann wurden in Hie Führerschaft ausgenommen. Unser lieber Führer Siegfried Berlinsky, der sich gls Kriegsfreiwilliger Lei der Mobilmachung gestellt hatte, fiel am 5. April bei j>erthes. Wir werden diesem treuen Freunde und stolzen Juden ein treues Gedenken bewahren. Dr. Otto Simon. Mülhausen. Bericht fehlt. München. Bericht fehlt. Prag. Der Besuch der Wanderungen und Heimabende war bei den größeren Jungen sehr gut," bei den kleinen minder gut. Es bestehen 5 Jungenzüge mit einer durchschnittlichen Anzahl von \6 Wanderern und \ Mädchenzug mit {8 Wandrerinnen. Im ersten Vusrtal l 9 i 5 betrug die Anzahl der Tageswanderungen 26. die Zahl der halbtags- Wanderungen 2;. Durchschnittliche Teilnehmerzahl r. Mehr als zweimal im Monat find 29 gewandert. Es fanden 69 Heimabende statt. — Unser neu eingerichteter Lautenkursus wird von \2 Teilnehmern besucht. Unsere Bibliothek besttzt derzeit 550 Bände, was umso bemerkenswerter ist, als fast alle Bücher durch Schenkungen der Wanderer und Führer aufgebracht wurden. peßach feierten wir im heim an zwei großen Heimabenden mit Vorlesungen, jüdischen Märchen und Liedern. Der Frühling soll unser £>eim recht schon finden; es wird alles in Stand gesetzt, die wände frisch gemalt; in die Fenster kommen Äpaliere für Blumen.— Das große Ereignis war ein Kriegs spiel unter Leitung Blacks, der feit zwei Monaten in Prag weilt, um von seiner zweiten Verwundung zu genesen. Unter Mitwirkung von etwa 70 Buben und Mädels (? M. R.) gelang es beiden Armeen, die ihnen gestellte Aufgabe zu losen. Natürlich hatten beide Parteien gewonnen. Zum Handgemenge kam es glücklicherweise (?? M. R.) nicht, da die Angreifer die zu besetzende hügelkuppe 7 Minuten nach der festgesetzten Zeit er« oberten, während die verreidrger sich vorher zurückgezogen hatten. Es war sehr schön, wenn auch die Mädels — da sie als Verteidiger furchtbar froren — ei« wenig (natürlich!) murrten. — In unserer letzten Kontrollversammlung stellten wir \Q8 Wanderer und Probewanderer fest. Die Beteiligung an den Fahrten ist im wachsen begriffen. Das heim weist zahlreichen Besuch auf. So brachte die heimkaffe seit Januar ^5 K. bei einer pfiichisteuer von 2 h. pro Besuch. Unsere Bibliothek zahlt schon 500 Bände. Unsere Finanzen sind geregelt. ' Zue Entlastung der Heimabende planen wir feste Vorträge verschiedene« Inhaltes, z. B. „Terrainlehre.- „das jüdische Volkslieds „die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas/ »Jüdische Märchen,- Astronomie. Botanik. Rochen, usw. Arthur Engländer. 22

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