Mannheim
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  1. 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 9

    sich dienstfertig zeigen gegen die hilfsbedürftigen jüngeren, ohne Gehorsam oder Gegendienste zu fordern; sie wird sich dafür die Liebe und des Vertrauen erwerben, die den Gehorsam freiwillig bieten. Die jüngere Schwester soll gegen die ält…

  2. 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 10

    10 Lebens nur das zu übertragen haben, was sie sich im engern Kreis der Familie angeeignet hat. Welcher Tugenden aber bedarf die gehorsame und ehrfurchtsvolle Tochter, die liebreiche und dienstfertige Schwester, um sich zur sittigen Jungfra…

  3. 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 11

    11 die drängende Hast rauschender Vergnügungen bezeichnet wird, die das erblühende Mädchen aus der weiblichen Berufsheimat der Familie in das wilde Gewoge des gesellschaftlichen Genusses hinaustreiben, so wird sich in dem Herzen des Mädchen…

  4. 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 12

    12 Die Treue der Gattin ist die natürliche undnothwendige Frucht der Blüthe, die wir in der sittigen Jungfräulichkeit des Mädchens kennen gelernt. Sie ist aber keineswegs nur eine negative Tugend, indem sie einen sichern Schutz gegen Untreu…

  5. 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 13

    13 zugleich nur gedeihen und sich erhalten kann, wenn sie sich auf dem Grunde des kindlichen und weiblichen Gehorsams und der kindlichen Ergebung gegen Vater und Mutter auferbaut. Denn wo statt dessen schon m dem Heranwachsenden Mädchen das…

  6. 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 14

    14 die Fähigkeit, sich an denr Wohlbehagen Anderer zu erfreuen, und daher auch an der Thätigkeit, die dasselbe zu schaffen bestimmt ist, Freude zu stnden; die Achtsamkeit auf die Bedürfnisse Anderer, das Mit- und Vorempfinden jedes Mangels …

  7. 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 15

    15 Thätigkeit eingeführt worden ist, nicht auch selbst zu lenken und zu leiten verstehend Denn nur durch gehorchen und dienen lernen wir gebieten und Dienste würdigen. Wenn für die tausend Gegenstände, die in einem Haus-, halt gebraucht und…

  8. 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 16

    16 bring der Mutter gegen ihre Kinder. Es gibt kein menschliches Lieben, das mit der Mutterliebe verglichen werden könnte. Sie ist die reinste, innigste, selbstloseste, opferfähigste, heiligste Liebe; es gibt kaum ein edles menschliches Gef…

  9. 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 17

    17 ihrer eigenen Erinnerung und zugleich die erste Gelegenheit findet, an dieser uneigennützigen und aufopfernden Liebe für das hilfsbedürftige Kind Antheil zu nehmen, so wird der in jeder weiblichen Brust ruhende Keim der Mutterliebe hinre…

  10. 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 18

    18 für den Menschen und von demselben geschieht und geschehen muß, damit er dieser Aufgabe entspreche, das nennen wir seine Bildung. Die Fähigkeit menschlich zu empfinden, zu denken und zu handeln, muß gepflegt und anerzogen werden, wenn di…

  11. 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 19

    19 Gefühls für die Würdigung des Edlen im Menschenleben und in der Geschichte unterscheiden. Bildung ist ferner die Fähigkeit und die Sicherheit menschlich z u d e n k e n, d. h. diejenige Ausbildung und Vervollkommnung des menschlichen Den…

  12. 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 20

    20 Umfang des Lebensgebiets, innerhalb dessen das Mädchen oder das Weib Anlaß finden dürfte, ein Urtheil zu üben und auszusprechen, wird sich naturgemäß auch das Maß und das Gebiet des Wissens bestimmen, dessen Aneignung als ein Erforderniß…

  13. 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 21

    21 und Geist, von Empfindung und Urtheil, das nur durch ausreichende und gleichmäßige Bildung Beider erzielt werden kann; Anmuth ist eine glückliche Naturanlage, die durch den Athem harmonisch abgerundeter Bildung zur vollendeten Schönheit …

  14. 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 22

    - 22 - Lebens, der Kunst und der Natur zu folgen, und wenn auch nicht mittheilend, so doch aufnehmend und empfangend, an seiner Gedankenwelt Antheil zu nehmen. Jean Paul fordert, daß seine Gattin einen unvollendeten Abschnitt oder Satz sein…

  15. 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 23

    der würdigen Vertretung desselben nach Außen ob. Die Hansfrau muß das Haus zu repräsentiren wissen, dem sie vorsteht, nicht minder den Gästen und Freunden gegenüber, die in dasselbe eintreten, wie in ihren Beziehungen zu den Familien, zu de…

  16. 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 24

    24 stens der eine Grundsatz berherzigt werden, daß Schweigen zur rechten Zeit weit mehr und häufiger ein Zeugniß weiblicher Bildung ist, als Reden zur Unrechten und selbst zur rechten Zeit. Und ist endlich für den Beruf der Mutter die Bildu…

  17. 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 25

    25 eines Schulprogramms auferlegt, das ideale Ziel der weiblichen Erziehung kennen zu lernen, d. h. eine Uebersicht der Eigenschaften und Tugenden zu gewinnen versucht, die sich das Weib, sowohl für die Lösung ihrer allgemein menschlichen w…

  18. 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 26

    26 3. Die verschiedenen Gebiete und Grenzen weiblicher Bildung. Die Anforderungen der weiblichen Bildung sind für Alle dieselben, soweit sie dazu bestimmt ist, die Aneignung der Tugenden zu fördern, welche eine Jede in der Uebung des weibli…

  19. 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 27

    27 künftigen Gatten empfinden und denken, an seinem innern und äußern Leben Antheil nehmen, in seinen Verkehr eintreten, und die Kinder für die Gedanken- und Gefühlswelt vorbereiten kann, in die sie an der Hand der Eltern einzutreten bestim…

  20. 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 28

    Sffl SV IV •) — 28 - darum die sichere Bekanntschaft mit dem Gange der politischen Ereignisse von ihr fordern; und wir werden es ihr gern verzeihen, wenn auch ihr Interesse an den geschichtlichen Vorgängen der Gegenwart mehr von Sympathien …