Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1859
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 28)
- Language
- German
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24 stens der eine Grundsatz berherzigt werden, daß Schweigen zur rechten Zeit weit mehr und häufiger ein Zeugniß weiblicher Bildung ist, als Reden zur Unrechten und selbst zur rechten Zeit. Und ist endlich für den Beruf der Mutter die Bildung nicht ein dringendes Erforderniß? Wir sprechen nicht von derjenigen Bildung des Herzens, welche dieselbe in den Stand setzt, sich in die Seele ihres Kindes hineinzuempfinden, ihr Gemüth in die Empfindungs- und Gedankenwelt des Kindes hineinzustimmen; nicht von derjenigen, die ihr in ihren Beziehungen zum Kinde die nöthige Herrschaft über die Regungen und Leidenschaften des eigenen Gemüths ver" leiht, damit weder ihr ungezähmter Zorn, noch ihre ungezähmte Liebe demselben verderblich werde; wir sprechen auch nicht von derjenigen Bildung, durch welche sie in ihrer Erscheinung, in ihrem Sprechen und in ihrem Thun ein würdiges Vorbild für die Entwickelung des Kindes zu werden vermag, sondern von derjenigen, deren sie bedarf, um der erwachenden und schnell fortschreitenden Geistesentwickelung desselben die angemessene und sichere Leitung zu gewähren, die ja doch nicht nur in den ersten Lebensjahren vornehmlich in der Hand der Mutter ruht. Die Aufmerksamkeit des Kindes anzuregen und zu beschäftigen, seine Phantasie zu wecken und zu mäßigen, seine Wißbegierde auf das Wissenswerthe zu lencken und seine tausend Kreuz- und Querfragen angemessen zu beantworten und endlich an dem weiteren Fortschreiten seiner Erkenntniß und seines Wissens mütterlichen Antheil zu nehmen — für Alles das bedarf die Mutter einer Bildung, die ihr eine freie und sichere Bewegung innerhalb der wahrlich nicht kleinen Welt des kindlichen Empfindens, Anschauens und Denkens gestattet. Und so haben wir denn in dem Vorangehenden, nach Maßgabe der Schranke, die uns die übliche Ausdehnung