Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1859
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 27)
- Language
- German
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der würdigen Vertretung desselben nach Außen ob. Die Hansfrau muß das Haus zu repräsentiren wissen, dem sie vorsteht, nicht minder den Gästen und Freunden gegenüber, die in dasselbe eintreten, wie in ihren Beziehungen zu den Familien, zu denen sie in gastliches Verhältniß tritt. Die geselligen und gesellschaftlichen Beziehungen des Mannes werden wesentlich bedingt und gestaltet durch die geselligen Tugenden der Hausfrau, durch die Fähigkeit derselben zu repräsentiren, d. h. durch die Stellung, die sie vermöge ihrer Bildung in der Gesellschaft einnimmt. Auch hier werden wir daher nicht nur Anstand, Takt und Anmuth als Erfordernisse des weiblichen Berufs und als schmückende Zier in der Uebung desselben erkennen, sondern für dieselbe auch diejenige geistige Bildung und dasjenige Maß des allgemeinen Wissens zu fordern berechtigt sein, das sie in den Stand setzt, einen entsprechenden Antheil an den Gesprächen zu nehmen, welche in den Kreisen, in denen sie sich zu bewegen bestimmt ist, den Gegenstand der geselligen Unterhaltung bilden. Es bedarf wohl meiner besonderen Bemerkung kaum, um daraus hinzuweisen, wie gerade in der Würdigung und Verfolgung dieses Ziels am meisten geirrt, am schwersten gefehlt wird. Denn wo nur die äußere Erscheinung statt der inneren Befähigung als Gegenstand und Ziel dieses Strebens betrachtet wird, da geschieht es nicht selten, daß, statt der Bildung des Empfindens zu Anstand, Takt und Anmuth, nur die Aneignung des äußeren Anstandes in Körpererhaltung und in der Beobachtung der gesellschaftlichen Formen; statt der Bildung des Geistes zum Verständniß des Wistenswerthen und zum Interesse an dasselbe, nur die Befähigung zu hohler Conversation, oder wohl gar die Uebung und Gewöhnung zur Theilnahme an allen Gesprächen als Aufgabe weiblicher Bildung erstrebt wird. Möchte dem gegenüber doch wenig-