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Ueber die Wichtigkeit der sittlichen Erziehung im frühesten Alter und die Gewöhnung zur Wahrhaftigkeit. Einladungsschrift zu der am 17., 18., 19. und 20. März statt habenden Atkeirtlichen Prüfung in der Pnrger- und Realschule, der Israeliti…
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IAenn viele Gesetzgeber und Philosophen dev Erziehung eine so große Macht zuschreiben, daß sie den Karakter des einzelnen Menschen und der Völker als ein Werk der Erziehung betrachten, die dem Zögling jedes beliebige sittliche Gepräge aufzu…
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Natur in vieler Beziehung umgewandelt hat; wie mächtig der Trieb zur Nachahmung, dieser einflußreichste Bildner und Lehrmeister vom frühesten Alter bis in die spätern Jahre, in ihm ist; sehen wir die Wirkungen der Erziehung im weitern Sinne…
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5 gehört im Allgemeinen zu den seltensten Phänomenen. Selbst die vom besten Willen beseelten Eltern glauben genug zu thun, wenn sie gute Lehren einschärfen, einzelne Vergehungen und unsittliche Ausbrüche des Begehrungsvermögens und des Will…
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wenigen Blättern zur Sprache bringen wollten, und der noch weit entfernt ist mit der ihm gebührenden Wichtigkeit betrachtet zu werden. Es scheint, als wolle man die Bedeutung der frühen Jahre nicht anerkennen. Weil ein kleines Kind unsere l…
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7 und dennoch werdet ihr nur eine geringe Wirkung Hervorbringen, weil die Triebfeden, an die ihr euch wendet, in seinem Gemüthe zu wenig Thätigkeit erlangt haben; es wird den logischen Zusammenhang der Ideen so ziemlich auffaffen, einsehen,…
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8 regelmäßige Erziehung zu geben, nicht bloß das Beispiel des Bösen vom Kinde abzuhälten, sodern ihm eine, wenn auch nur geringe Bewegung zum Sittlichguten mitzutheilen und es mit einer glücklichen Richtung ins Leben einzuführen. Es ist abe…
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9 der verschiedenen Gewerbe, obgleich diese erst in einem später» Atter von den Menschen ergriffen werden. Wir mögen sogar annehmen, daß wir, bei einer genauer» Kenntniß der Erziehung des früher» Atters bei allen Völkern, darin zum großen T…
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10 Besitz jener Biegsamkeit der Imagination, die eine fremde Natur zu der ihrigen machen, sich ganz in sie versenken kann, lernt man diese kleinen Geschöpfe niemals kennen. Dazu kommt noch, daß man sie lieben muß, wenn man sie verstehen wil…
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11 ihre Züge länger betrachten, diese geliebten Wesen immer wieder finden zu können, die wir, als Kinder, zu bald verlieren, wenn wir auch so glücklich find sie zu erhalten. Wir haben bei diesen Betrachtungen die sittliche Erziehung im Auge…
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12 Geist aufgegangen zu sein und uns zu zeigen, mit wem wir es von nun an zu thun haben. Dieß zu wissen wäre allerdings sehr wichtig, aber um dazu zu gelangen bedarf es des Studiums. Die so naiven, so natürlichen Kinder find nicht immer str…
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13 in seinem Ausdrucke, selbst das Übertriebene in seinen Schmeicheleien find hinreichend, es zu verrathen. Was ist der Grund dieser verdoppelten Zärtlichkeit, die gewiß zum Theil aufrichtig ist? Ast es Mitleid mit seiner Mutter, weil es ih…
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14 Doch für welches menschliche Wesen ist die Wahrheit des Karakters nicht von hoher Wichtigkeit. Der Einfluß dieser Eigenschaft auf die ganze Sittlichkeit ist so groß, daß es überflüssig ist, ihn aus einander zu setzen. Das Laster knüpft s…
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15 genstand, in allgemeinerer oder engerer Beziehung, die ganze Gesellschaft, und setzt, von dem albernen Geklatscht der Frau Basen bis zur höchsten Politik hinauf, alle Geister in Thätigkeit. Unsere, wenn auch auf Muthmaaßungen gebauten Pl…
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16 seiner Ausdrücke ist das Siegel seiner Seele aufgedrückt und er bringt einen tiefen Eindruck hervor, während die stärksten Betheuerungen eines Andern gar nicht zählen; es sind außer Curs gesetzte Assignaten, deren Anschrift man nicht bea…
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17 sehen, was eine getreue Darstellung ist. Bald hat es die« ses so gut begriffen, daß es uns mit einer gewissen Pedanterie zurechtweiset, wenn wir den kleinsten Arrthum begehen. An diesem Falle müssen wir ihm danken und ihm zeigen, welch e…
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sie über ihr Betragen in einer vergangnen Zeit, niemals über Thatsachen die sie verbergen könnten, niemals über die Aufführung anderer Kinder oder der Dienstboten. Warum sollte man ihre noch so schwache Tugend in die Alternative setzen, zu …
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19 gehen, so geben wir ihm nicht nur ein verderbliches Beispiel, wir zerstören unfern Einfluß für die Folge, wir geben die Erziehung auf, denn wir find dazu unfähig. Zst es nicht offenbar, daß unser Einfluß auf das Gemüth des Kindes auf sei…
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20 glauben an Versprechungen wie an Thatsachen, und man kann sie an einem Faden lenken; sind sie getäuscht worden, dann sind Ketten nicht mehr zulänglich. Ist aber die Idee der Pflicht schon im Kind erwacht, wie niederschlagend muß ihm dann…
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21 — letten und zurechtweisen, was freilich seine Schwierigkeiten haben dürfte. Möchten doch von ihrem edlen Berufe durchdrungene und mit den erforderlichen Fähigkeiten ausgestattete Mütter der Beobachtung und Enthüllung der kindlichen Natu…