Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1834
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 11)
- Language
- German
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8 regelmäßige Erziehung zu geben, nicht bloß das Beispiel des Bösen vom Kinde abzuhälten, sodern ihm eine, wenn auch nur geringe Bewegung zum Sittlichguten mitzutheilen und es mit einer glücklichen Richtung ins Leben einzuführen. Es ist aber unläugbar, daß die Kindheit noch nicht methodisch studirt worden ist, und eines der wichtigsten Probleme ist vielleicht gerade dasjenige, dem man am wenigsten eine anhaltende Aufmerksamkeit gewidmet hat. Selbst in dem physischen Theile, der doch mehr in die Augen fällt, herrschen noch viele Ungewißheiten. Man weiß allenfalls, was man zu vermeiden, aber nicht was man zu thun hat. Nähert man sich aber dem moralischen Gebiete, so wird Alles noch ungewisser und schwankender. Welche unerschöpfliche Quelle bietet sich dem feinen Beobachter in dem Studium des zarten, früher» Alters! Wie viele bedeutsame Fragen könnten nicht gelöst oder durch sorgfältig angeftellte Beobachtungen wenigstens aufgehellt werden! Man würde dann Gewißheit darüber haben, ob die Übungen, die den Körper stärken, eine heilsame Wirkung auf den Geist haben, ob die Steigerung der physischen Kraft eine Erhöhung der moralischen Energie bewirke; welche Eigenschaften sich wechselseitig entwickeln oder lähmen. Dann würde die behauptete Abhängigkeit des menschlichen Geistes von den Sinnen entweder anerkannt oder mit größerm Rechte bestritten werden, und bliebe auch der Ursprung der Erkenntniß in Dunkel gehüllt, die ersten Zeichen ihrer Erscheinung würden wenigstens erspähet werden. In Ermangelung systematisch beobachteter Thatsachen fände man in der großen Masse derjenigen, die uns bekannt find, Stoff zu schätzbaren Daten. Wir besitzen die vollständigen Resultate der verschiedenen Erziehungen in dem so stark ausgeprägten Karakter der religiösen Secten,