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Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde · 1834-01-01 · 1834 · p. Seite 10

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1834
Date
1834-01-01
Page
Seite 10 (sequence 13)
Language
German
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IRI
…/9643693-7657362--011-7657374
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10 Besitz jener Biegsamkeit der Imagination, die eine fremde Natur zu der ihrigen machen, sich ganz in sie versenken kann, lernt man diese kleinen Geschöpfe niemals kennen. Dazu kommt noch, daß man sie lieben muß, wenn man sie verstehen will, daß man sie nicht sowohl mit dem Verstände, als mit dem Herzen erräth. Folgt man indessen bloß dem Gang ihrer Gefühle und lebt, so zu sagen, in ihnen, so werden die, nicht ohne Theilnahme beobachteten Eindrücke eben so schnell erlöschen, als sie entstanden und die Aufgabe, die man sich gesetzt, bald in Vergessenheit gerathen. Um diese mit Erfolg zu lösen, müßten junge Mütter ein genaues Tagebuch über die Entwickelung ihrer Kinder führen. Brächte ihnen dieses auch keinen andern Bortheil, als daß es ihren Ideen mehr Zusammenhang, ihren Absichten mehr Beständigkeit gäbe, daß sie sich gewöhnten, recht zujsehen und sich das Gesehene zu erklären — ihre Mühe wäre hinlänglich belohnt. Zn dieses Tagebuch müßte jeder Fortschritt, jeder Wechsel der physischen und moralischen Gesundheit ausgezeichnet werden, man müßte darin einen Maaßstab von dem Kinde, nach der Zeitfolge und in jeder Beziehung, finden; Worte, Begriffe, Kenntnisse, Gefühle, Alles, was erworben wird oder sich entwickelt, würde in demselben aufbewahrt; die erste Spur der guten Eigenschaften wie der Mängel ließe sich darin Nachweisen und über ihren Ursprung ein Urtheil fällen. Ein Gemälde des Kindes, müßte es seine Geschäfte, die kleinen Ereignisse, die Freuden und Bekümmernisse seines Alters getreu erzählen. Bald würde die Mutter einen Genuß in der Aufzeichnung finden und einsehen, daß sie die Rückerinnerungen an eine liebliche Zeit für die Zukunft aufbewahrt; denn ist es nicht wohlthuend, die flüchtige Epoche der Kindheit festzubalten»

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