Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1834
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 18)
- Language
- German
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15 genstand, in allgemeinerer oder engerer Beziehung, die ganze Gesellschaft, und setzt, von dem albernen Geklatscht der Frau Basen bis zur höchsten Politik hinauf, alle Geister in Thätigkeit. Unsere, wenn auch auf Muthmaaßungen gebauten Pläne für die Zukunft, haben dennoch einige bestimmte Daten zur Grundlage. Wir glauben zu wissen, wie eine gewisse Person sich in dieser oder jener Angelegenheit benehmen wird, und diese mehr oder minder genaue Kenntniß, verdanken wir dem Studium ihres Karakters. Wäre ein solches Studium unmöglich, wäre der Anblick eines sittlichen Wesens in undurchdringliche Dunkelheit gehüllt, so würde solches für uns gar nicht mehr vorhanden sehn. Außer Stande, jemals auf dasselbe zu zählen, würden wir es gänzlich unbeachtet lassen und anderswo Gewißheit suchen. Und dieses begegnet uns mit unwahren, affectirten Wesen, mit allen denen, welche die Brücke abgebrochen haben, die ihre Seele mit andern in Verbindung setzt. Was sie auch thun mögyi, sie bleiben unbeachtet. Ihre Dienste sind wie die eines Instrumentes. Sie haben für uns keine Persönlichkeit; indem sie ihr Zeugniß ungültig machten, haben sie einen moralischen Selbstmord begangen; sie mögen Geberden und starke Ausdrücke verschwenden, man achtet ihrer nicht und geht lächelnd vorüber. Die Worte, dieses so schöne und so leichte Verständigungsmittel, sie haben an und für sich keinen bestimmten Werth; sie erhalten bei jedem Einzelnen einen eigenen, der sich zwar an sehr leisen Anzeigen erkennen läßt, die aber in ihrer Gesamtheit selten täuschen. Dieser Werth kann sehr hoch steigen. Manches Wort aus dem Munde eines gewissen Mannes, ist ein unfehlbarer Bürge seiner Handlungsweise; es ist eins mit ihm selbst, er wird es unverletzt erhalten, so schwer es ihm auch fallen möge; jedem