Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1834
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 20)
- Language
- German
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17 sehen, was eine getreue Darstellung ist. Bald hat es die« ses so gut begriffen, daß es uns mit einer gewissen Pedanterie zurechtweiset, wenn wir den kleinsten Arrthum begehen. An diesem Falle müssen wir ihm danken und ihm zeigen, welch einen hohen Werth wir auf Genauigkeit legen. Aber die Sprache ist nicht Alles, und die schlauen Kunstgriffe müssen vereitelt werden. Man muß sie verstehen, außer Fassung bringen und zeigen, daß man sich nicht hintergehen läßt. Es ist nicht nöthig, daß es darüber zu Erklärungen komme, denn was nicht bewiesen werden kann, sollte auch nicht vorgeworfen werden. Nehmet ihr die eigennützigen Liebkosungen mit der größten Kälte auf, aber jede aufrichtige und aus dem Herzen kommende Zärtlichkeit mit liebevoller Wärme, so wird das, durch sein Bewußtsein belehrte Kind eure Gründe wohl einsehen. Auf dieselbe Weise müssen Borwände behandelt werden, und ohne daß ihr denselben den verdienten Namen Debet, für euch immer einen Grund der Versagung seyn. Übertreibungen, Aufschneidereien, verdächtige Erzählungen werden ebenfalls mit einem kalten StilljHveigen ausgenommen. Nichts stellt uns so hoch beim Kinde, nichts sichert uns seine Achtung für unsere Einsichten mehr, als die Proben, die es von unserm Scharfblick gemacht hat. Eine andere angenehme und nicht minder wichtige Sorge, die uns obliegt, besteht darin, das Vertrauen des Kindes zu gewinnen. Man suche das Geftändniß seiner kleinen Vergehungen von ihm zu erhalten und belohne seine Aufrichtigkeit mit vollkommener Verzeihung; vor dem Alter der Vernunft ist von der Nachsicht nichts zu befürchten, was der Besorgnis gleich käme, die Wahrhaftigkeit der geringsten Gefahr auszusetzen. Noch mehr hüte man sich, den Kindern den kleinsten Fallstrick zu legen. Nie befrage man 2