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Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde · 1834-01-01 · 1834 · p. Seite 18

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1834
Date
1834-01-01
Page
Seite 18 (sequence 21)
Language
German
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IRI
…/9643693-7657362--019-7657382
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sie über ihr Betragen in einer vergangnen Zeit, niemals über Thatsachen die sie verbergen könnten, niemals über die Aufführung anderer Kinder oder der Dienstboten. Warum sollte man ihre noch so schwache Tugend in die Alternative setzen, zu lügen oder zu verrathen? Jede Probe ist gefährlich für die Aufrichtigkeit, eine Tugend, die sich in der Gemüthsruhe befestigt. Man ist in den alltäglichen Vorfällenheiten so oft genöthigt, die Wahrheit zu reden, daß die Gewohnheit der Wahrhaftigkeit sich leicht bildet, wenn die Unterbrechungen vermieden werden. Freilich ist. eine solche Gewohnheit eine sehr unzuverläßige Bürgschaft, aber dürfen wir etwas vernachläßigen, was die Entwickelung des Gewissens befördern kann? Man erinnere sich, daß hier von dem zartesten Alter die Rede ist. Späterhin mag es nützlich seyn, durch Fragen die geheimen Beweggründe zu erforschen, die Moralität des Zöglings dadurch, daß man sie auf die Probe stellt, zu verstärken; aber so lange sie noch nicht Wurzel gefaßt hat, kann sie durch solche Versuche leicht erschüttert werden. * Haben wir es dahin gebracht, daß die Wahrheit während eines längern Zeitraumes nicht verletzt wurde, dann sind wir im Besitze, eines wirksamen Mittels: wir können Zutrauen zeigen. Die Achtung, die wir dem Kinde, nach Maaßgabe der Genauigkeit in seinen Aussagen beweisen, machen es auf seine Worte aufmerksam. Und setzen wir keinen Zweifel mehr in seine Behauptungen; ist sein bloßes Zeugniß hinreichend, uns vollkommen zu überzeugen: dann erkennt es, in dem Gefühle der Freude und Würde, das seine Seele erfüllt, den hohen Werth der Redlichkeit. Das bei weitem Wesentlichste aber ist, daß wir selbst vollkommen wahrhaft sehen. Wenn wir ein Kind hinter-

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