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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 202

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
3 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 202 (sequence 38)
Language
German
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labenden Schatten alle Völker der Erde Seelenerquickung ge- .funden haben, durch welche das Götzenthum vernichtet und die welterlösende Erkenntniß des einzigen Gottes mit ihren Segnungen verbreitet wurde. Aber wir können auch auf die Aboda, auf die Erfüllung und Ausübung der Gotteslehre, auf unseren Gottesdienst, hinweisen. Das jüdische Volk hat nicht nur die Wahrheit erkannt, es hat sie auch, was weit größer ist, geübt; in seiner Mitte galt es stets als Grundsatz: גדול התלמוד שמביא לידי מעשה ״die Beschäftigung mit Wissen und Erkenntniß ist nur dann groß, und dann verdienstvoll, wenn sie zur That, zur sittlichen Veredlung des Menschen führt." Darum war bei dem jüdischen Volke der Gradmesser für die Beurtheilung seiner großen Männer ein ganz anderer, als bei den andern Völkern; Elischa ben Abuja, der große tanaitische Gelehrte, wird sofort ein אהה ein ״Anderer", als er den Pfad der Tugend verläßt, als er von der den Menschen mit Gott verbindenden Aboda abweicht. ״Auch Bileam, sagen die alten Weisen, war ein großer Prophet, אלא יש הפרש בין נבואתו של משה לנבואתו של בלעם משה לא היה יודע מי מדבר עמו ובלעם היה יודע מי מדבר עמו (ספרי פ׳שנ״ו) ,.wisse aber, fügt der Midrasch hinzu, die Prophetie des Moses war jedoch völlig verschieden von der Prophetie des Bileam, Moses wußte nicht, wer mit ihm sprach, Bileam aber wußte, wer mit ihm sprach." Diese scheinbar räthselhaften Worte des Midrasch bergen in sich einen tiefen Sinn, sprechen eine große Wahrheit aus. Das Leben unseres Lehrers Moses, meint der Midrasch, war ganz erfüllt von der göttlichen Weihe, er hatte nicht blos nur dann Gott vor Augen, wenn der prophetische Geist ihn beseelte, er fühlte nicht erst dann die Nähe des Einig-Einzigen Gottes, wenn das göttliche Wort mit mächtiger Gewalt ihn über das Erdenleben erhob, bei Moses war es nicht nöthig, daß er wußte, daß Gott mit ihm sprach, um seinen Blick zu seinem himmlischen Throne emporzurichten, denn zu j e d e r Zeit war ihm Gott gegenwärtig, war er ״ איש אלהיםein Mann Gottes". Ganz anders aber Bileam, dessen Leben vom keinem Strahle der Tugend

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