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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 206

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
3 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 206 (sequence 42)
Language
German
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— 206 — Gedanken die mannnigfaltigsten Gestaltungen an; einmal schien es mir gar, als hätte sich eine Höhle unter mir geöffnet, und ich sank tief und immer tiefer, als wollte der Abgrund mich verschlingen. Als ich mich wieder sammelte, zeigte es sich mir, daß diese Höhle nkchts anderes, als die Augenhöhle eines Verstorbenen war, und wie mir gesagt wurde, sollte sie die Augenhöhle des Absalom sein." Mit diesem schönen Gleichnisse wollte Abba Saul sagen, daß die Beschäftigung mit der Todtenbestattung ganz geeignet ist, die Lösung über die große Frage: wie soll der Mensch sein Leben gestalten? zu geben. Nur das Streben nach sittlicher Veredlung, nach Erkenntniß des Wahren und Guten, heißt Leben, nur der stete Ausblick zu Gott und das damit verbundene Wünschen und Wollen der Ausbildung unserer Geisteskräfte heißt Leben, denn nirgends sehen wir es deutlicher und klarer, als nur dann, wenn wir den Menschen auf seinen letzten Lebensgang begleiten, daß unmäßige Wünsche, sinnliche Begehrungen, ehrgeizige Gelüste, welche das Auge weit, weit öffnen, gleich dem Auge des eitlen, unzufriedenen, ehrgeizigen Absalom, einer tiefen Höhle gleichen, in deren Abgrund schließlich der Mensch versinken und untergehen muß. (s. Akedath Jizchak, Absch. NPN) Das, m. g. Z., ist der Höhepunkt, von welchem aus wir den Versammlungstag unserer Chebra Kadischa betrachten müssen, und der Ausblick von diesem Höhepunkte kann nicht verfehlen, unserem Denken eine heilige Weihe zu verleihen. Wir befinden uns als Mitglieder dieses ״heiligen Vereines" im Dienste der reinsten Humanität, im Dienste unserer heiligen Religion, und die Segensworte, welche nach dem Talmud über die מנחמי ״ אבליםdie Tröster der Trauernden" gesprochen werden, diese Segensworte beziehen sich ihrem vollen Inhalte nach auch auf die Chebra Kadischa: אחינו בעל הגמול ישלם לכם גמולכם ״ (כתוב׳ ה׳)Brüder des heiligen Vereines! Der Einig-Einzige, allgütige Gott, möge euer גמילות הבהים durch seinen göttlichen Segen, durch frischen Lebensmuth und Lebensfreudigkeit vergelten." M. g. Z! Unsere Frage lautete: was hat das jüdische

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