Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 3 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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192 andere Leben; ja noch mehr, fuhr R. Jizchak fort, der Schriftvers, welcher meinem Ausspruche zu Grunde liegt, spricht sogar von einem Fortleben unseres Stammvaters Jakob in dieser Welt, dieser Schriitvers lautet: ״Du aber, mein Knecht Jakob, fürchte nicht, spricht der ewige Gott, sollte ich auch alle Völker, wohin ich dich verstoßen habe, vertilgen, dich vertilge ich dennoch nicht". מקיש הוא לזרעו מה זרעו בחיים אף הוא בחיים Diese trostreiche, prophetische Verheißung von dem ewigen Bestehen des jüdischen Volkes, welches ״mein Knecht Jakob" genannt wird, spricht die große Lehre aus, daß so lange die Israeliten leben, so lange lebt auch in ihnen und durch sie ihr Stammvater Jakob. Und in der That ist neben der großen Lehre von der Fortdauer der Seele nach dem Tode, der beseligende Gedanke von dem Fortleben bei der Nachwelt ein wichtiger Hebel für die Handlungen der Menschen; es ist ein süßer Trost für den von dem Schauplatze des Erden- Wirkens scheidenden Menschen, bei der Mitwelt und Nachwelt in gesegnetem Andenken erhalten zu bleiben. Es ist ein sehr bedeutungsvolles Wort: ״ זכר צדיק לברבהdas Andenken des Frommen ist zum Segen"; der Fromme und Gerechte streut während seines Lebens durch seine edlen und guten Thaten reiche Saaten aus, welche noch nach seinem Ableben neue Keime erhalten, und die schönsten Früchte reifen. Bei dem Zurückdenken an ein solches reiches Leben ist es also niemals das niederschmetternde Gefühl der Vernichtung, welches uns niederdrückt, es ist mehr das beseligende Gefühl des segensreichen Schaffens und Wirkens, welches uns erhebt. Darum, m. g. Z., wenn wir mit solchen Gedanken die friedliche Ruhestätte derjenigen, die vor uns gelebt, betreten, so wird auf dem Raume, wo der Todesschatten sich gelagert, das lebensvolle Schaffen und Wirken vor uns erstehen, und auch heute, wo wir uns als Mitglieder der Chebra kadiscya versammelt haben, soll nicht der Tod mit seinen Schreckensgestalten unser Denken mit Wehmuth erfüllen; — wir wollen vielmehr auf das Leben der Heimgegangenen unseren Blick richten, das, was sie für uns gethan, ihre unsterblichen Werke näher