Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 195

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
3 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 195 (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9616701-9617072-9616899--0960-9616930
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

euch angefangen hnt, müsse die gute Verwendung der Zeit euer Hauptstreben sein. O, es ist ein gar wichtiges Gebot, das Gebot des Zählens der Tage, und je größer die Ausgabe eines Volkes ist, je bedeutungsvoller die einer Nation zugedachte Bestimmung ist, desto sorgfältiger hat sie die Beobachtung dieses Gebotes zu wahren; (Ps. 119, 26) W711 דרכי ספרתי ״dadurch, daß ich meine Wege all' mein Thun und Wirken zähle," ruft der Psalmist aus, ״erhörst du mich, o Gott." So zählte das jüdische Volk seit der ewig denkwürdigen Erlösungsstunde aus dem eisernen Gluthofen Mizraims seine Tage, und die Tage wurden zu Jahren, und die Jahre zu Jahrhunderten, und die Jahrhunderte zu Jahrtausenden, und es zählt noch und wird ewig seine Tage zählen, denn das Prophetenwort in der Hastora zur dieswöchentlichen Sidra: ״sollte ich auch alle Völker, wohin ich dich verstoßen habe, vertilgen, dich aber vertilge ich nicht", sichert dem jüdischen Volk Bestand für alle Zeiten und Ewigkeiten. Darum haben wir als Israeliten den Tod in seiner erschreckenden Gestaltder Vernichtung und Auflösung nicht zu fürchten, wir rufen vielmehr mit siegendem Bewußtsein mit dem Psalmisten aus: (Ps. 118, 17, 18.) ״Ich werde nicht sterben, sondern leben und erzählen die Thaten Gottes. Gezüchtigt, gezüchtigt hat mich Gott, doch dem Tode nicht hingegeben." Dieser Psalmvers, m. g. Z., bezeichnet aber auch den ganzen Inhalt unserer großen Vergangenheit. Das Erzählen der Thaten Gottes, das Verkünden der göttlichen Allmacht, das Bezeugen der göttlichen Weltregierung, das Erkennen und Bekennen seiner Einheit und Einzigkeit, ist unsere große geschichtliche Mission Wie es aber keine Zeit geben kann, geben darf, in welcher nicht das Walten, Herrschen und Regieren des einig-einzigen Gottes auf Erden verkündet werden wird, so kann es auch keine Zeit geben, wo diejenigen, die dafür Zeugniß abzulegen bestimmt sind, nicht bestehen werden. (Ex. 10, 2.) ״Damit du erzählest deinem Sohne und dem Sohne deines Sohnes bis zu den spätesten Geschlechtern von meinem Wirken in Mizraim und von meinen Wun-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.