Mannheim
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  1. 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 102

    EINE FRÖHLICHE ZUNFT. Kulturbildchen aus dem alten Prag Oskar Wiener. Am Nachmittag geht man ins Goldene Fassel, Da hat man immer sein Gespassel; Hernach geht man in den Konvikt Und tanzt, daß der Staub von den Füßen fliegt. Man tanzt sich …

  2. 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 103

    immer, wurde wild, wenn er auf die Streiche, die ihm jene Knaben gespielt hatten, zu sprechen kam; dagegen hörte ich ihn oft von den Tanzvergnügungen seiner Jünglingsjahre schwärmen, von den seligen Zeiten, da zu Prag noch eine richtige Tan…

  3. 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 104

    wahrhaftig zu Meister Pech in die Lehre gehen. Wenigstens waren die meisten Prager Tanzlehrer noch zu Ende des 18. Jahrhunderts ausgelernte Schuhmacher, und so sprach der alte Herr Adolar Rehbein wohl die Wahrheit, wenn er sich rühmte, im S…

  4. 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 105

    mal ein Tanzmeister zu werden. Außerdem gehörte das Erfordernis dazu, ein Prager Bürgerssohn zu sein. Hatte der Prüfling seine öffentliche Probe bestanden und einen Schock Silbergroschen in die Lade getan, so mußte er noch dem ehrenfesten K…

  5. 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 106

    haben, daß die Tanzschulen der Handwerker bloß aus ihren Fechtböden hervorgegangen sind. Damals soll man auch in Prag gesungen haben: Ein Schuster, der nicht fechten kann, Ficht keine schöne Jungfer an. JUGEND. Friedrich Adler. Und wieder g…

  6. 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 107

    MOZARTS PRAG WÄHREND DER KÖNIGSKRÖNUNG IM JAHRE 1791. Rudolph F. Prochdzka. Der Meister hatte „seine Prager" — so nannte er sie einst in den leuchtenden Herbsttagen der „Don-Juan"- Premiere anno 1787 — kaum wiedererkannt, als er, vier Jahre…

  7. 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 108

    ster Bedeutung, vom Lande selbst zur Verherrlichung des Festes herbeigerufen, da wieder Vertreter des Kunststückes zweifelhaftester Art, von der Hoffnung auf billiges Verdienst aus dunklen Verstecken herangelockt. Bei diesem Gauklertum spie…

  8. 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 109

    Straßen. So durchzogen gleich am ersten Festtage (31. August), nach beendetem Einzüge des Kaiserpaares, alle Zünfte ,,unter Voraustretung ihrer musikalischen Banden" die Stadt. Die Reitereigesellschaft des Monsieur Balp ritt an den Tagen de…

  9. 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 110

    Majestäten in die Domkirche, erschallten auf dem Chore Trompeten und Pauken, sonach aber wurde die Antiphona ,,Ecce mitto angelum" unter Instrumentalbegleitung abgesungen. Hinsichtlich der Krönungszeremonien heißt es in der Vorschrift u. a.…

  10. 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 111

    eine mehr als 100 Tonkünstler fassende Musikempore besaß, waren an jenem Abend der Hof und eine große Anzahl von Mitgliedern des in- und ausländischen Adels, insgesamt 800 Personen versammelt. Als Glanzpunkt aber enthielt das Programm einig…

  11. 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 112

    Kozeluch, groß im Totschweigen des Namens und der Werke Mozarts! — verrät uns doch eine andere, lautere Quelle, daß Mozart, obgleich um jene Zeit noch stark mit der Komposition des ,,Titus" beschäftigt, sein Werk an jenem Abend selbst dirig…

  12. 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 113

    blikums während der Aufführung nicht etwa weniger auf die, so ernst-edler Musik abholde Festesstimmung zurückgeführt, als vielmehr auf Rechnung der Machenschaften jener Musikkämpen gesetzt werden soll. Muß es doch sicher auffallen, daß das …

  13. 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 114

    Mozarts Freundin Madame Duschek die auf einen Text des Prof. Meißner verfertigte Festkantate von Kozeluch und dessen vordringliche Loyalität wird vom Hofe beifälliger aufgenommen, als Mozarts aufrichtige und übel gelohnte Anhänglichkeit an …

  14. 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 115

    … hier des Verf. „Mozart in Prag" (Prag, 2. A. 1900). DIE HISTORISCHEN QUELLEN MEINES ROMANS „REUBENI, FÜRST DER JUDEN". Max Brod. Im Schlußabsatz meines Romans ist dieser Quellen Erwähnung getan und ich kann es wohl verstehn, daß über seine Gestalt…

  15. 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 116

    Schriften mit Zeugnissen ab, deren Naivität auf den ersten Blick für ihre Wahrhaftigkeit, zumindest für ihre ehrliche Gesinnung bürgt. Ein solches naives und durch seine Unabsichtlichkeit unmittelbar für sich einnehmendes Werk ist gleich di…

  16. 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 117

    Lebensgangs meines Helden, allerdings erst vom Jahre 1524 dh. von seinem Auftauchen in Venedig an. Die Jugendgeschichte Davids, mithin der ganze erste Teil meines Romans, ist erdichtet; insbesondere auch seine Abstammung aus Prag, sein Zusa…

  17. 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 118

    …n Reubeni Gestalt geworden ist. Auch sind seit Graetz weitere Quellen, Reubenis Wirken betreffend, entdeckt und von Dr. Hermann Vogelstein und Dr. Paul Rieger („Geschichte der Juden in Rom", Berlin 1896, Mayer und Müller), einiges auch von Berliner publizier…

  18. 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 119

    geben, deren Leiter, Herr Dr. Jacobovits, mich bei allen meinen Vorarbeiten zum Roman in der freundlichsten Weise unterstützt hat. DER SITTENLOSE WIRBELTANZ DER'DEUTSCHEN. & Paul Krasnopolski. Der Leser wird keinen Anstoß daran nehmen, wenn…

  19. 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 120

    er die Prüfung bestanden, tranken die Meister und die übrigen anwesenden Herren auf sein Wohl, während zwei Kranzeljungfrauen mit Rosmarinreisern besteckte Zitronen unter die Frauenzimmer verteilten. Nur ein Prager Bürgerssohn konnte sich u…

  20. 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 121

    Und sie erhoben sie. Am lautesten vielleicht der Doktorjohann Peter Franck, der 1821 in Wien gestorben ist, und soviele Titel besaß, daß er jede seiner zahlreichen Schriften unter einem anderen erscheinen lassen konnte, als Professor in Göt…