Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 122)
- Language
- German
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Schriften mit Zeugnissen ab, deren Naivität auf den ersten Blick für ihre Wahrhaftigkeit, zumindest für ihre ehrliche Gesinnung bürgt. Ein solches naives und durch seine Unabsichtlichkeit unmittelbar für sich einnehmendes Werk ist gleich die Hauptquelle, Reubenis Selbstbiographie, die sich in einer hebräischen Handschrift der Michaelschen Büchersammlung in Hamburg befand und mit dieser Sammlung an die Bodleiana (Oxford) überging. Im Jahre 1867 lag diese Handschrift noch vor und wurde von J. J. Cohen kopiert, nachdem Auszüge aus ihr schon vorher mitgeteilt worden waren (von Zunz, Steinschneider, Graetz). Das Original aber ist merkwürdigerweise verloren gegangen und konnte bis heute nicht aufgefunden werden. „Als sollte der Fluch, der auf dem Schicksale Davids (Reubenis) geruht, der ihn schmachvollem Tode und sein Andenken der Zweifelsucht zur Beute gab, nimmermehr zur Ruhe kommen", bemerkt mit Recht einer der Editoren dieses Tagebuchs, Eduard Biberfeld in seiner Dissertation ,,Der Reisebericht des David Reubeni" (Berlin 1892, Druck von H. Itzkowski). Den ersten Hinweis auf Reubeni erhielt ich durch eine Kompilation von Podiebrad, deren genauer Titel mir augenblicklich nicht zur Hand ist. Der Autor behandelt die Prager jüdischen Sehenswürdigkeiten und gibt bei Beschreibung der Pinkassynagoge eine kurze Biographie Reubenis. — Ihre Hauptzüge sind dem Standardwerk der jüdischen Geschichtsschreibung entnommen, der vielbändigen „Geschichte der Juden" von Dr. H. Graetz. Im 9. Bande dieses verdienstvollen Werkes, das man bewundern muß, auch wenn man mit seinem Geist gefühlvoll-nüchterner Aufklärerei durchaus nicht übereinstimmt, findet sich eine ausführliche Darstellung des 116