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Alt-Prager Almanach · 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 112

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Alt-Prager Almanach
Volume
1926
Date
1926-01-01
Page
Seite 112 (sequence 118)
Language
German
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Kozeluch, groß im Totschweigen des Namens und der Werke Mozarts! — verrät uns doch eine andere, lautere Quelle, daß Mozart, obgleich um jene Zeit noch stark mit der Komposition des ,,Titus" beschäftigt, sein Werk an jenem Abend selbst dirigiert hat. Alexander von Kleist schreibt in seinen „Phantasien auf der Reise nach Prag" (Dresden u. Leipzig 1729): „DerWeg vom Schlosse bis zum Opernhause wimmelte von Menschen die neugierig waren, einen Kaiser zu sehen, wie er nach einem Schauspiel fährt. Im Hause waren Logen und Parterre mit Menschen angefüllt . . . Fort mit diesen! Mir winkt zu schöneren Bemerkungen dort ein kleiner Mann im grünen Rocke, dessen Auge verrät, was sein bescheidener Anstand verschweigt. Es ist Mozart. . . Sei es Schwärmerei oder richtiges Menschengefühl, genug, ich wünschte in diesem Augenblicke lieber Mozart als Leopold zu sein!" Der 6. September, der Tag der Königskrönung, brachte endlich die vielbesprochene Erstaufführung der im Auftrage der Stände von Mozart — in achtzehn Tagen! — komponierten Festoper „La clemenza di Tito". Äußerer Glanz, kühle Aufnahme. Zu sehr waren aller Sinne durch die rauschenden Krönungsfeierlichkeiten gefangen genommen. Dazu Intriguen. Mit Mozart mußten ja dessen ärgste Feinde, Kozeluch und Salieri, die tonkünstlerischen Ehren dieser Tage teilen! Am liebsten hätte doch jeder von Beiden höchstselber die Krönungsoper schreiben wollen, anstatt sich auf Zeremonienmusik und Kantatenkomposition beschränken zu müssen. Sicher trugen sie das ihre redlich bei, unserem Meister den letzten Aufenthalt in Prag — drei Monate vor seinem Tode! — durch Kränkungen und Unbillen zu verbittern. Zum mindesten aber bleibt die Frage offen, ob die ablehnende Haltung des Hofes und des großen Pu-

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