Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 125)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/9230935-9249770--134-9234473- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
geben, deren Leiter, Herr Dr. Jacobovits, mich bei allen meinen Vorarbeiten zum Roman in der freundlichsten Weise unterstützt hat. DER SITTENLOSE WIRBELTANZ DER'DEUTSCHEN. & Paul Krasnopolski. Der Leser wird keinen Anstoß daran nehmen, wenn Dr. Krasnopolski hier das gleiche Thema wie Oskar Wiener behandelt, freilich mit einer anderenVariation. Sie besaßen ein gutes Gedächtnis der Beine, die Angehörigen der Prager Tanzmeisterzunft um 1787. Denn wer hier Mitglied werden wollte, der mußte die neunzig Tänze beherrschen, welche der Gilde eigen waren. Als eine Art von Balletten oder vielmehr eine Folge heftiger und unzusammenhängender Sprünge ohne Plan und Geschmack beschreibt sie ein Zeitgenosse, der es offenbar nicht liebte, wenn sich die Welt um Andere drehte. Er nannte sie das Depot der Zunft; sie führten zum Teil sonderbare, meist verstümmelte französische Namen, wie Menuett Damur, Paspje wandri, Madlot fransä, Laschursch. Am Tage des Gerichts über den Kandidaten der Terpsichore versammelten sich die wirklichen Meister in einem Saale, der Lehrer stellte den Schüler vor und hielt ihm sicherheitshalber gleich im voraus eine Lobrede, und dann mußte der Prüfling einige der durch das Los bezeichneten Tänze mit Jedem aufführen. Hierauf ward abgestimmt; wurde der Mann für reif erklärt, hatte H9