Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 120)
- Language
- German
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Mozarts Freundin Madame Duschek die auf einen Text des Prof. Meißner verfertigte Festkantate von Kozeluch und dessen vordringliche Loyalität wird vom Hofe beifälliger aufgenommen, als Mozarts aufrichtige und übel gelohnte Anhänglichkeit an Wien und seinen Kaiser. Gekränkt, doch schweren Herzens verließ der Meister Prag, für immer eine leuchtende Spur hinterlassend . .. Am 16. September begaben sich die Majestäten ins Vaterländische Theater, wo man zuerst in tschechischer Sprache eine komische Oper „Der Bettelstudent" und nachher das deutsche Stück „Die Thronfolge" aufführte. Es folgten u. a. noch zwei große musikalische Akademien, deren eine der Leipziger Musikdirektor Gottfried Thomas imNationaltheater veranstaltete. Das Parterre warfrei. In der Reihe der Vorträge stand „auf das wiederholte Verlangen verschiedener Liebhaber der Tonkunst" (! oder Kozeluchs?) abermals jene Kantate . . . * * * So schlössen die Krönungsfeiern, soweit Musik und Theater mit im Spiele waren. Die erhöhte Tatkraft im Musikleben Prags aber befruchtete dieses noch weit hinaus in die folgende Zeit. Adel und vornehme Bürgerkreise wetteifern bald in begeisterter Pflege der Tonkunst. Großangelegte Akademien sind an der Tagesordnung. Aber auch die Hausmusik gelangt zu ungeahnter Blüte. Es ist fesselnd, im „Jahrbuch der Tonkunst von Wien und Prag" aus dem Jahre 1796 die vielen dort aufgezählten Namen ernst und eifrig musizierender Damen und Herren der Aristokratie und der ersten bürgerlichen Gesellschaft zu verfolgen, sich an ihrer naiv-zutreffenden Charakterisierung zu vergnügen. Und bezeichnend schreibt auch der erste Mozartbiograph, der Altprager Professor 114