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Alt-Prager Almanach · 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 102

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Alt-Prager Almanach
Volume
1926
Date
1926-01-01
Page
Seite 102 (sequence 108)
Language
German
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IRI
…/9230935-9249770--117-9234456
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EINE FRÖHLICHE ZUNFT. Kulturbildchen aus dem alten Prag Oskar Wiener. Am Nachmittag geht man ins Goldene Fassel, Da hat man immer sein Gespassel; Hernach geht man in den Konvikt Und tanzt, daß der Staub von den Füßen fliegt. Man tanzt sich dort recht tüchtig aus Und führt das Madel dann nach Haus. Mit dem Nachhauseführen hatte es seine Verdrießlichkeiten; man konnte dabei eines unerwünschten Zeugen nicht entraten — des neugierigen Laternenbuben. Zum Glück mußte dieserTugendwächter immer ein paar Schritte vorauseilen, um das schadhafte Pflaster zu erhellen. So kam man auch auf dem Heimweg zu seinem Gespassel. Laternenbuben hab ich nicht gerne: Zum Küssen bedarf es keiner Laterne! sangen anno dazumal die Altprager Volkssänger und ich selbst habe noch den greisen Herrn Adolar Rehbein im Kaffeehaus zum roten Adler ein Weidliches schimpfen gehört auf den ehrenwerten Stand der Laternenträger, die ihn mit ihrer vorwitzigen Dienstbeflissenheit um manches Abschiedsküßchen der Angebeteten betrogen hatten. Damals war ich ein Knirps von sechs oder sieben Jahren und der schrullige Kauz Adolar zählte sicher an die Neunzig. Und seitdem der Dichter Heinrich Heine sein Geld an den Prager Gasaktien verloren hatte, und ein gutes Stück früher sogar, gab es keine Laternenbuben mehr. Aber der alte Rehbein schimpfte noch 102

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