Mannheim
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  1. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 190

    190 ruhen an dem Schemel der göttlichen Herrlichkeit. Sollen wir uns da. wie der Prophet sagt, verbergen in die Klüfte der Erde, in die Spalten der Felsen, in die Höhlen der Berge vor dem Schrecken des Ewigen und vor der Pracht seiner Majes…

  2. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 191

    191 er und will er — Wahrheit werde unsre Reue, unsre Buße, Wahrheit unsre Versöhnung — denn nicht die Hand des Ewigen ist zu schwach und zu kurz, zu erlösen, sondern unsre Missethaten nur bergen sein Antlitz vor uns. Sehet, er ist gekommen…

  3. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 192

    "4-' Der Lebrnstag. Predigt zum Mussapb des Versöbnungs-Tages, über Ps. 74, 16. Andächtige Gottesgemeinde! Noch stieg die Sonne nicht bis zum Mittage binauf, noch ist die Kraft rege und mächtig, die uns aufrecht erbält in der Andacht unsers…

  4. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 193

    193 des Herrn Tag, dem Herrn gehörig. Denn widmen wir ihn nicht ganz, und allein dem Herrn? und hat ihn der Herr nicht auserwählt, seine Versöhnung zu uns zu senden? Und darum, meine Brüder, ist dieser Tag, wie wir ihn seiern, ein Gleichniß…

  5. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 194

    194 ist hell. Wir sind geboren auf der Erde, leben aber, zum Himmel zu reifen. So muß das Dunkel weichen aus unserm Innern, und es hell werden in uns, unsre Bahn muß immer lichter werden, und in diesem unserm Streben müssen wir schon mit de…

  6. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 195

    195 herzlos anfingen; ja, wob! uns, wenn wir mit denselben die heilige Stimmung hervorriefen, vor der das Nebel und die Lüge in unsrer Brust hinwegschmilzt, und die wahre Versöhnung hereinbricht — Herr, der du mich gezogen ans Mutterleibe, …

  7. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 196

    196 / eures Alters an den Rand des Verderbens, an den Rand des geistigen und körperlichen Todes geführt, wenn ihr wüßtet, wie dieser Wahn das Gefühl der Sittlichkeit in euch untergräbt, das Gefühl des Bessern in euch verwischt, eure Kräfte …

  8. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 197

    197 .mein, und sich den Weg zum Versöhner bahnen; aber wie, wenn die Jugend nutzlos in Genüssen und zerstörender Schwelgerei vorübergegangen, ein verdorbenes, verlorenes Mannesalter hervorgeht: so ist es vorüber und zu Ende mit der Wirkung …

  9. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 198

    198 gehe, nur das Eine geht nicht vorüber, der Glaube an den Vater, und in diesem Glauben harret er aus bis an das Ende des Lebens, der Prüfungszeit, und in diesem Glauben sieht er Allem rubig entgegen, was da noch kommen wird. Wohlan, Männ…

  10. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 199

    19V Lebens kommt und neiget sich, nun wollen wir einziehen in deine Thore. So stehet der Greis am Ende seines Lebens — die Kindheit ist versunken in das Reich der Schatten, in den Schooß einer alten Vergangenheit; die Rosenzeit der Jugend i…

  11. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 200

    200 damit das Thor der Versöhnung, der Reinheit dir geöffnet werden kann Z7I52, wenn der Tag sich neiget; zweitens: dein Leben, dem dieser Tag gleicht, gleiche diesem Tage; laß deine finstere Bahn hell werden, stütze dich auf deine Väter, s…

  12. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 201

    Der Auslegung des Buche? Jona erster Ihcil: Das Ltlicn dks Sünders. Predigt zum Mnssapb des Versöhnungstages. Geliebte Gottesgemeinde! Er sprach: macht Bahn, macht Bahn, 7j"N ebnet den Weg, ^7" hebet jeden Anstoß vom Wege meines Volkes! Als…

  13. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 202

    einen langen Weg znrücklegt, sich ermuntern läßt von Zeit zu Zeit durch einen lauten Ruf, durch ein schallendes Lied, daß sie gleichsam die Ermüdung immer wieder von ihren Füßen schüttle, so betrete auch ich noch einmal diese Stätte, die ic…

  14. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 203

    203 der König steigt von seinem Throne, die Großen kleiden sich in Asche, ein Fasten wird ausgerufen, ein Gericht des Herrn, ein jeder kehrte von seinem bösen Wandel zurück, von den Gewalttbaten, die an ibren Händen klebten. Und so wandte s…

  15. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 204

    204 I. Erstens: Wie der Mensch zur Erde kommt, und wie er seine Laufbahn beginnt. „Und es geschah das Wort des Ewigen zu Jona, dem Sohne Amithai's, und sprach: Mache dich auf, gehe nach Ninive, der großen Stadt, und rufe über sie; denn ihre…

  16. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 205

    208 Geschlecht gehet und ein Geschlecht kommet; dahinab gebe auch du, denn ihr Böses ist zu mir gekommen, es ist eine Stätte, wo das Böse mit dem Guten ringt und in ewigem Kampfe begriffen ist, dahinab gehe auch du, und thue deinen Theil, u…

  17. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 206

    206 dem Nutzen und dem Vergnügen nachstrebt, und nur auf diese Beiden das Dichten und Trachten der Seele lenkt, der Körper, der keine Abnung hat, wie nur durch Ueberwindung, durch Enthaltsamkeit, durch Keuschheit der wahrhafte Zweck des Das…

  18. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 207

    207 bleibet denn die Reinbeit und Unschuld, mit der sie binabgekommen? Wie Viele treten vor das Angesicht der Religion, die Strahlen der Wahrheit zu schanen? Wie Viele kümmern sich um die Gesetze Gottes, um Rechtlichkeit und Sittlichkeit, u…

  19. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 208

    208 liebten, seine Verirrungen sahen sie wehmüthigen Herzens, und was nun über ihn heraufgestiegen, der Sturm und die Windstöße, das Unglück und der Schmerz, die tobende See, das Drangsal, der drohende Untergang, sie empfinden es mit, sie t…

  20. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 209

    209 die durch die lange Unterdrückung nur um so stärker geworden. Sie tritt auf in der Hoffnungslosigkeit des Menschen, und sprickt zu ihm mit Donnerstimme, die gehört wird trotz des Sturms von außen: warum schläfst du? Auf, erwache, schütt…