Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 218)
- Language
- German
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196 / eures Alters an den Rand des Verderbens, an den Rand des geistigen und körperlichen Todes geführt, wenn ihr wüßtet, wie dieser Wahn das Gefühl der Sittlichkeit in euch untergräbt, das Gefühl des Bessern in euch verwischt, eure Kräfte zerstört, euren Körper verwüstet, euren Geist erstarrt, euer Gedächtniß vermindert, eure Einbildungskraft vergiftet, ihr würdet ihn wahrlich fahren lassen. Sondern stütztet euch lieber auf eure Väter, und vertrautet ihren Gebeten. Denn was ist herrlicher als ein Jüngling, der ein Mann zu werden strebt, und der nicht wartet auf den Ernst des Lebens, bis er traurig und düster über ihn kommt, der auf Früchte denkt, schon wenn er noch als Rose blüht. Ja, verlasset nicht den Pfad eurer Väter, stützet euch auf sie, vertrauet ihren Gebeten, rufe ich euch insbesondere zu hinsichtlich der Religion. Unter die Jünglinge meiner Nation ist eine Gleichgültigkeit gegen ihre und gegen alle Religion gefahren-, eine Geringschätzung, eine Wenigachtung; verloren ist die Liebe zu ihr, die Lust an ihr; der Wahn, sie entbehren zu können im Treiben der Welt, hat sich unter ihnen ausgebreitet; wie wenige streben nach Kenntniß derselben und der heiligen Schriften, die ihr zu Grunde liegen; wohin wird das führen? Wenn solche jüdische Jünglinge jüdische Männer werden, wie werden sie solche sein? — So höret doch die treue Warnung, die ich euch zurufe: stützet euch auf eure Väter, und vertrauet deren Gebeten — denn die Rosenzeit vergeht schnell; schneller als ihr gedacht stehet der Baum verfälbt da, und verlieret die Blätter, und was könnte ihn dann noch erhalten, wenn ihr selbst eure Wurzel zerstört und hinweggerissen, die Religion und den Glauben eurer Väter? — Und wie, andächtige Zuhörer, und wie die Jugend sich stützen soll auf ihre Vorgänger, so lehnt sich auch das Mussaph des heutigen Tages an die Morgengebete, und wie die Jugend die Rosenzeit des Lebens, so das Mussaph die Zeit der heißesten Andacht dieses Tages. Noch ist die Zeit der Rückkehr nicht verstrichen, noch kann das Gemüth sich sam-