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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 206

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 206 (sequence 228)
Language
German
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IRI
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206 dem Nutzen und dem Vergnügen nachstrebt, und nur auf diese Beiden das Dichten und Trachten der Seele lenkt, der Körper, der keine Abnung hat, wie nur durch Ueberwindung, durch Enthaltsamkeit, durch Keuschheit der wahrhafte Zweck des Daseins erfüllt wird, und die Seele hinabzieht in den Rausch der Sinnlichkeit, in den Strudel der Lüfte, worin sie verloren geht. — Also, geliebte Zuhörer, wird uns hier überliefert, wie der Mensch zur Erde kommt und wie er seine Laufbahn beginnt. Die Seele ist rein und schuldlos und schön und schlummert. Der Befehl des Herrn sendet sie zur Erde hinab, um sich zu bilden, zu erwecken, zu erheben. Sie steigt hinab und verbindet sich mit dem Körper, aus Staub gebaut, leicht zerbrechlich, wie ein Schiff, voller Schmerzen und Nöthen, und mit der Neigung zu den verderblichen Lüsten der Sinnlichkeit. II. Zweitens: wie der Mensch seine Laufbahn fortsetzt. „Er gab den Miethslohn, stieg hinein, mit ihnen nach Tarschisch zu entfliehen vor dem Ewigen." (V. -r.) So hat die Seele nun ihren Miethslohn gegeben, sie hat sich ihres reingeiftigen Wesens entäußert, sie ist hineingeftiegen in das Innere des Körpers, diesen zu bewohnen. Und wie der, welcher ein Schiff bestiegen, von diesem getragen und geführt wird, wie er dahin gelangt, wohin ihn das Schiff auf dem Rücken des Meeres trägt, so ergibt sich die Seele bald dem Körper und ordnet sich ihm unter. Ist doch der Knabe und Jüngling am meisten den Angriffen der Sinnlichkeit, der Leidenschaft, der Sünde ausgesetzt; sie folgen daher nach Tarschisch, wie vorher erklärt worden, nach dem sinnlichen Nutzen und Vergnügen. Das ist das Werk ihres Tages, das ist der Gedanke ihrer Nacht. Die Seele vergißt, was der Herr ihr aufgetragen, sie vergißt ihre Bestimmung, ihren Zweck, sie flieht vor dem Ewigen, sie will ihm entkommen, und wirft sich der Sünde in die Arme. In wie Vielen

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