Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 217)
- Language
- German
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195 herzlos anfingen; ja, wob! uns, wenn wir mit denselben die heilige Stimmung hervorriefen, vor der das Nebel und die Lüge in unsrer Brust hinwegschmilzt, und die wahre Versöhnung hereinbricht — Herr, der du mich gezogen ans Mutterleibe, erleuchte meine finstre Bahn! 11. 'jMW die Rose des furchtbaren Thales, beginnen unsre Mussapbpijutin, und dieser Rose, meine Freunde, gleicht der Jüngling. Ist nicht die Jugend die Zeit der Blüthe, des blühenden Körpers wie der aufblühenden Geisteskräfte? Also eine Rose ist der Jüngling, aber lim dieselbe liegt ein Thal voller Schrecken, und tausendfältige Lockung und Reizung, Verführungen der Sünde sind die Stürme, die sich auf dieselbe stürzen, sie zu entblättern vor der Zeit. Aber die Rose, ihr Jünglinge und Jungfrauen, der ihr gleichet, muß ihre Zeit ansblühen, ihre Blätter dürfen nicht welken, kein Wurm sie zernagen; das geschieht aber nur, wenn die Blätter eurer Rose die Religion und Tugend sind, und der Wurm des Lasters abgehalten wird von ihr. Denn wer diese Rosenzeit des Lebens gut benutzt, wer die Lehren, die ihm eingeprägt worden, festhält, und, sich stützend auf sie, sie in Anwendung bringt, der wandelt weiter den Weg des Lichtes, und nähert sich seinem Ziele. Darum sei der Jüngling noch lenksam, sein Wille gut, sein Gemüth erregbar, sein Herz warm; er suche den guten Weg seiner Vorgänger, er gehe seinen Vätern nach, und lebe nach ihrem Vorbilde, wie es weiter heißt: N-'N/ND'! 7^2 da stützen sie sich auf ihre Väter, ^N2 ^NY2 vertrauen auf das Gebet ihrer Voreltern. Aber in wie vielen von euch waltet der Wahn vor, ihr müßtet diese Rosenzeit benutzen zu Genüssen, die schnelle, flüchtige Zeit müßtet ihr festhalten durch Freudengelage, für den Ernst des Lebens hättet ihr Zeit noch genug. Aber wenn ihr wüßtet, wie dieser Wahn schon Unzählige 13*