Mannheim
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  1. 1862-01-01 · Heft 1 · page 42

    41 stand und Einsicht hat dieser Knabe, daß man ihn wegen seines Benehmens am Leben strafe. Seine Fähigkeiten möge man erst prüfen, ehe man an ihn sich vergreift. Man stelle ihn auf folgende Probe. Befiehl, o Herr, daß eine Schüsiel man bri…

  2. 1862-01-01 · Heft 1 · page 43

    42 er durch seine glücklichen Anlagen die Lehrer an Kenntnissen. Sein Lernen schien mehr ein bloßes sich wieder Erinnern, in den Wissenssächern, wo unter den Gelehrtesten Meinungsverschiedenheiten obwalteten, traf er sogleich das Richtige, …

  3. 1862-01-01 · Heft 1 · page 44

    43 von einer glänzenden Gegenwart geblendet die väterlichen Sitten und Gesetze hintenan zu setzen pflegen und zuweilen sogar aller Erinnerung an ihre eigene Vergangenheit sich entschlagen. Moses hielt fest än der Lebensweise und den Grundsä…

  4. 1862-01-01 · Heft 1 · page 45

    44 Bemerkend, wie Greise, Schwächlinge, sogar Frauen unter drückender Last dahin keuchten, entnahm er ihnen einen Theil ihrer Bürde und beschwerte damit kräftigere Arme. — So schien es, als wenn Moses selbst Pharao's Zwecke zu unterstützen …

  5. 1862-01-01 · Heft 1 · page 46

    45 hätte ich heute an dich, würdest du mir sie wohl gewähren?" „Sprich, mein Sohn," versetzte der König. „Es ist bekannt," fuhr Moses fort, „daß selbst dem zu immerwährenden Zwangsarbeiten verdammten Sklaven mindestens in jeder Woche ein Ta…

  6. 1862-01-01 · Heft 1 · page 47

    46 2. Abschn.) hattm die Jsraeliten im Aegypterlande sich wieder sehr vermehrt. Pharao ließ nun aufs Neue einschärfen, daß jeder die für denselben Tag ihm auferlegte Arbeit mit dem Tagesschlusse abzuliefern habe und wer dieser Forderung nic…

  7. 1862-01-01 · Heft 1 · page 48

    47 glaubte, du habest das Gemach nicht verlassen!" Der seine Genossen an Grausamkeit weit übertreffende Vogt in des Hebräers grimmigen Blicken wohl lesend, daß der an seinem Weibe begangene Frevel ihm nicht unbekannt geblieben, hielt an jen…

  8. 1862-01-01 · Heft 1 · page 49

    48 Ist,Jener auch jetzt ein Verbrecher, wie kann ich wissen, ob er nicht einst reuig zurück kehrt und durch gerechte Handlungen seinen Frevel wieder sühnt? Habe ich in die Zukunft geschaut, ob nicht noch aus seinen . Lenden Nachkommen § her…

  9. 1862-01-01 · Heft 1 · page 50

    49 eilte, um seiner Gattin kund zu thun, daß nach alter Titte es ihm nicht gestattet sei, länger vereint mit ihr zu bleiben, da ein anderer Mann, der Aegypter, sich ihr genaht, so müsse er sie verstoßen. Betreten lief die Frau zu ihren Verw…

  10. 1862-01-01 · Heft 1 · page 51

    50 Jetzt ist es mir klar. Angeberei und böse Nachrede herrscht unter ihnen. Sind sie da wohl würdig, erlöst zu werden? Dathan und Abiram zögerten nicht mit ihrem Vorhaben. Sie machten die Anzeige an Pharao, daß Moses einen ägyptischen Mann …

  11. 1862-01-01 · Heft 1 · page 52

    51 schrift wird ihm verlesen. Ha! jetzt wird er znm Tode geführt!" Doch der Allmächtige erwiederte: „Lasset das gut sein, ich stehe für ihn ein, es wird ihm kein Leid geschehen." Bereits hatte Moses das Blutgerüst bestiegen, ein Schwerdt, d…

  12. 1862-01-01 · Heft 1 · page 53

    52 matter große und starke Wälle auswerfen. Auf der dritten Seite wurden zwischen der Stadt und dem Nilflusse unzählige Kanäle gegraben und das Wasser des Stromes dahin geleitet, damit man selbst, wenn man über die umgebenden Flüsse gesetzt…

  13. 1862-01-01 · Heft 1 · page 54

    53 Zukunftsstätte suchend, die er auch hier bereitwillig fand. Seine hohe und edle Gestalt, seine majestätische Haltung und die löwengkeiche Kraft erregte die Bewunderung des Königs und seiner Heerführer. Kikannos ward ihm sehr gewogen, ern…

  14. 1862-01-01 · Heft 1 · page 55

    54 Und Moses fuhr fort: „Machet im Lager bekannt, daß jeder im Heere nach dem Walde sich begeben und aus einem" Storchneste ein Junges hole. Diese jungen Störche ziehet auf und richtet sie wie die Sperber zur Jagd ab. Wer meinem Befehle nic…

  15. 1862-01-01 · Heft 1 · page 56

    55 Joch, dem sie sich kaum unterworfen, wieder ab und waren auf dem Wege, Aethiopien selbst mit Krieg zu überziehen. Da zog Moses mit einem zahlreichen Heere ihnen entgegen, schlug sie zurück, verfolgte seinen Sieg bis gen Mesopotamien hin …

  16. 1862-01-01 · Heft 1 · page 57

    56 ward er mit reichen Geschenken und hohen Ehrenbezeigungen aus dem Lande entlassen. Moses, jetzt 67 Jahre alt, zog durch die Wüste nach Midian hin, da er sich in Aegypten moch nicht sicher glaubte. Mangel an Speise und Trank ertrug er auf…

  17. 1862-01-01 · Heft 1 · page 58

    57 theilten sich gleichmäßig in die Arbeit, ließen Wechselsweise die Eimer an einem Seile in die Tiefe des Brunnens hinab, füllten so mit vieler Mühe die Tröge. Doch in wilder Rohheit liefen die Hirten ihnen nach, die Mädchen wegen ihrer.Sc…

  18. 1862-01-01 · Heft 1 · page 59

    58 ien tränkte. Die Mädchen, obgleich an jungfräuliche Züchtigkeit gewöhnt, entblödeten sich doch nicht, ihrem unbekannten Retter einige Worte des Dankes auszusprechen. Doch Moses wies solchen bescheidentlich ab. Nicht mir gebührt der Dank,…

  19. 1862-01-01 · Heft 1 · page 60

    59 ihn zu ihrem Vater hin. Dieser sogleich von Moses äußerer Erscheinung in Erstaunen versetzt, redete also ihn an: „Wie meine Töchter, denen ihr so hilfreich beistandet, mir berichtet haben, seid ihr ein Aegypter." Moses, ohne dies geradeh…

  20. 1862-01-01 · Heft 1 · page 61

    60 Rebekka, Jakobs und Rahel's erzählte, wie der allmächtige Gott jene aus den schwersten Drangsalen errettet habe, daher der Mensch ihm, dem ewigen Gotte, von dem die wunderbarsten Thaten stammen, stets vertrauen muffe. Nach Verlauf des er…