Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 50

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 50)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3138070-3138075-3138076--0615-3138705
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

49 eilte, um seiner Gattin kund zu thun, daß nach alter Titte es ihm nicht gestattet sei, länger vereint mit ihr zu bleiben, da ein anderer Mann, der Aegypter, sich ihr genaht, so müsse er sie verstoßen. Betreten lief die Frau zu ihren Verwandten, um sich Recht zu verschaffen gegen ihren strengen Gatten. Vergeblich suchten Salomith's Verwandte den Gatten von seinem Vorsätze abzubringen, es entstand sogar ein Handgemenge und nur durch die Flucht konnte Salomith's Gatte vor weitem Mißhandlungen sich schützen. So erregte der Vorgang Aufsehen unter den Hebräern. Bald erfuhren es Dathan und Abiram, §ie Söhne Pahlu's, vom Stamme Rüben, die überhaupt in allerlei Händel vorlaut sich mischten. Am folgenden Tage ward das Geschehene und was mit dem ägyptischen Vogt vorgefallen, von den Hebräern an ihrer Arbeitsstätte besprochen. Dathan und Abiram begannen unter sich zu streiten, wer von beiden Gatten im Recht sei. In heftigem Wortwechsel erhob Dathan die Hand, um Abiram einen tödtlichen Schlag zu versetzen. Eben nahte sich Moses der Stätte und bemerkte der Beiden wildes Gebahren — sie waren nämlich schon so sehr an einander gerathen, daß ihre Fersen Funken Zu sprühen drohten. Welch Frevel beginnst du, rief Moses, deinen Genossen zu schlagen? Benimmt er sich gleich nicht viel besser, als du, so kommt es dir noch nicht zu, Hand an ihn zu legen! Mit frecher Stirn entgegnete hierauf Dathan: Wer hat denn dich bartlosen Jüngling zum Herrn und Richter über uns gesetzt? Wähnst du etwa, weil man für den Sohn der Königstochter dich ausgiebt, sei es dir gestattet, nach Gefallen über uns zu schalten? Wissen wir ja wohl, daß du nur Jochebads Sohn bist und keine Vorrechte über uns dir anmaßen kannst. Wir werden veröffentlichen, was du dem Aegypter gethan. Glaubst du etwa, die Macht Zu haben, durch deines Mundes scharfes Schwerdt, durch Aussprechen des göttlichen Namens, auch uns tödten zu können, wie jenen? Wehe! rief Moses. Stets sann ich darüber nach, welche schwere Sünde meine Volksgenossen wohl begangen haben, daß solch harter Druck, wie er keinem andern Volke, ihnen beschieden ward. III. 4

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.