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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 51

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 51)
Language
German
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50 Jetzt ist es mir klar. Angeberei und böse Nachrede herrscht unter ihnen. Sind sie da wohl würdig, erlöst zu werden? Dathan und Abiram zögerten nicht mit ihrem Vorhaben. Sie machten die Anzeige an Pharao, daß Moses einen ägyptischen Mann erschlagen habe. - Welche Milde und Schonung auch Pharao bis jetzt gegen Moses bewiesen, nun riof er unwillig aus: „Fürwahr, gar Manches schon ward mir über ihn berichtet, das Ahndung verdient hätte, ich aber schwieg, doch kann ich wohl einen Todtschlag dahingehen lasten?" In der That aber war es nicht sowohl dieser Todtschlag, mit Recht oder Unrecht begangen, der des Königs Unwillen erregte, als der Umstand, daß es ihm immer klarer, wurde, wie sein Enkel nicht mit ihm übereinsümme, seine Feinde und Freunde nicht auch die seinigen waren. Der junge Moses haßte die Männer, welche Pharao liebte, hielt sich an die, welche dieser verwarf und bezeigte Mitleiden' mit denen, gegen die der König streng und unerbittlich war. Die Vornehmen des Landes, die dem Jünglinge längst gram waren, wohl wissend, daß er einst ihre Gewaltthaten gedenken und ahnden werde, ergriffen jetzt feiefe Gelegenheit, dem Großvater tausend Verläumdungen über seinen Enkel beizubringen. Sie gaben an, daß er nichts Geringes im Sinne habe, er trachte stets nach etwas Großem und möchte gern schon die Regierung an sich reißen. Manchem schmeichelt, Andern droht er, tödtet ohne Richterspruch abzuwarten und deine Getreusten stößt er von sich. Was säumst du noch, o König? willst du warten, bis er seine Anschläge in Ausführung gebracht? Jede Zögerung leistet dem sich Auflehnenden nur Vorschub! Solche Worte verfehlten ihren Eindruck nicht. Moses ward nun auf königlichen Befehl verhaftet und zum Tode verurtheilt, mit dem Schwerste sollte er hingerichtet werden. Da ließen die Engel des Herrn vor dem Throne Gottes also sich vernehmen: „Allbarmherziger! was stellt auf Erden sich uns dar! Moses, den du'„den Vertrauten deines Hauses" nennst (4. Mos. 12, 7.), ist zur Haft gebracht, schon steht er vor dem peinlichen Gerichte, die Anklage-

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