Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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42 er durch seine glücklichen Anlagen die Lehrer an Kenntnissen. Sein Lernen schien mehr ein bloßes sich wieder Erinnern, in den Wissenssächern, wo unter den Gelehrtesten Meinungsverschiedenheiten obwalteten, traf er sogleich das Richtige, denn sein Geist vermochte nichts Falsches aufzufassen. So ward der Knabe Moses vom ganzen Hofe hochgeehrt, die Hebräer setzten ihre Hoffnung auf ihn, wogegen weiterblickende Aegypter die königliche Erziehung desselben nicht ohne Argwohn betrachteten. Dritter Abschnitt. Moses als Jüngling und Mann, sein Aufenthalt in Aethiopien und Midian. ' Moses, dem Kindesalter entwachsen, strebte bei zunehmender höherer Einsicht auch immer mehr dahin, durch mäßige und enthaltsame Lebensweise die in ihm aufkeimenden jugendlichen Begierden Zu zügeln. Bot ihm das üppige Hofleben allerdings unzählige Versuchungen, so ließ er sich doch nie davon hinreißen. Erhob irgend eine Leidenschaft ihr Haupt und drohte ihn zu bewältigen, so wendete er strenge Mittel gegen sich selbst an, bloße Wortbeschwichtigungen genügten ihm da nicht. So kam es, daß alle seine Freunde und Bekannte über ihn staunten, sie wurden fast zweifelhaft, ob seine Seele eine göttliche oder blos menschliche, oder ob selbe nicht aus göttlichen und menschlichen Bestandtheilen zusammgesetzt sei. In der That glich Moses nicht den gewöhnlichen Menschen, er übertraf sie an edlen und erhabenen Gesinnungen. Wie kein Andrer war er einem verweichlichten Leben abhold, sprach immer wie er dachte und handelte wie er gesprochen. Moses hatte den Gipfel irdischer Größe erreicht. Als Enkel eines mächtigen Monarchen und muthmaßlicher Erbe seines Reichs genoß er das höchste Ansehen, man nannte ihn sogar schon häufig den jungen König. Dennoch folgte er nicht dem Beispiele der'er, welche.