Mannheim
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  1. 1861-01-01 · Heft 1 · page 197

    178 nicht weitschweifig werden; die Versicherung mag genügen, daß von einem Papste selbst in einem völligen Concil erklärt wurde, daß die Anklage falsch sei. Aehnlich urtheilten alle Fürsten Italiens, so wie auch Alphons der Weise, König vo…

  2. 1861-01-01 · Heft 1 · page 198

    179 freiwillig anträgt, Jude zu werden, so find fie durch ihre Riten und Ceremonien verbunden, ihn zu prüfen, ob er irgend eines zeitlichen Nutzens wegen zum Uebertritt sich anschickt, und ihn darauf aufmerksam zu machen, sorgfältig zu über…

  3. 1861-01-01 · Heft 1 · page 199

    180 (Cap. 28) hervorgeht, quod omnes homines aeque diligendi sunt, daß alle Menschen gleich geliebt werden solleni Nachdem ich die beiden früheren Punkte bewiesen habe, könnte ich mich noch über einen dritten, nämlich den Adel der Juden aus…

  4. 1861-01-01 · Heft 1 · page 200

    …r, der die vollkommenste Kenntniß aller europäischen Sprachen besäße, und dem aller Welt bekannten Amsterdamer Rabbiner Menasse Ben Israel den neuen Messias zu ergründen. 2 4 3) Andere waren abscheulich genug, die Absurditäten unter das Volk zu verbreiten, d…

  5. 1861-01-01 · Heft 1 · page 201

    182 Staatsrath dafür geboten, dieser wollte aber von den einmal geforderten acht Millionen nicht lassen.244) Noch Andere sprengten aus, die Juden hätten Lord Godolphin eine halbe, ja sogar eine Million Pfund offerirt, wenu er dafür sorgen w…

  6. 1861-01-01 · Heft 1 · page 202

    183- Unter den Geistlichen bemerkte man: Tuckney und Whicheock aus Cambridge, Owen und Wilkinsoni aus Oxford, Thomas Goodwin, Dike and Jeffey aus Effex, Cudworch, Bridge und Benn aus Dorchester, Rowe aus Westminster, Nye, Caryl, u. A. Späte…

  7. 1861-01-01 · Heft 1 · page 203

    184 Es wurden nun die beiden Hauptpunkte zur Entscheidung vorgelegt: Ob es gesetzlich wäre, die Juden wieder aufzunehmen, und unter welchen Bedingungen man sie aufnehmen müsse? Die erste Frage wurde durch die Rechtskundigen dahin beantworte…

  8. 1861-01-01 · Heft 1 · page 204

    185 durch die Ansiedlung' so schlauer und betriebsamer Menschen der Handel ihnen entzogen und ganz aus jene übergehen würde, ssuchte er durch eindringliche Worte zu beschwichtigen. „Könnet Ihr wirklich glauben, daß ein so verachtetes Volk i…

  9. 1861-01-01 · Heft 1 · page 205

    186 des Protektors, am 17. December 1655; „es hat Sr. Hoheit gefallen, mit einigen Rcchtsgelchrten, Kaufleuten und Geistlichen die Angelegenheit in Berathung zu ziehen. Eifrig ist der Gewissenspunkt bestritten, ob es nämlich gesetzlich sei,…

  10. 1861-01-01 · Heft 1 · page 206

    187 Die Aussicht, in seinem Unternehmen glücklich zu sein, war ihm fast gänzlich benommen; er wartete von Monat zu Monat auf den endlichen Bescheid; die wenigen Juden, die mit ihm gekommen waren, hatten sich, da sie an dem erwünschten Fortg…

  11. 1861-01-01 · Heft 1 · page 207

    …aten zahlbar, von ihm bedacht 2 trat er die Rückreise an. Der Tod ereilte ihn, ehe er noch zu den Scinigen gelangte, in Middelburg. einer Stadt Seeland's, im Jahre 1657 26S). Laute Klage erscholl an allen Orten, als die Kunde von seinem Scheiden vern…

  12. 1861-01-01 · Heft 1 · page 208

    IV. Baruch Spinoza. Von vr. Ludwig Philippfon. Mit einem Facsimile.

  13. 1861-01-01 · Heft 1 · page 209

    Inhalt Vorwort .... Seite. 193 Einleitung .... . . ' . . 195 Spinoza's Leben . . 205 Würdigung seines Charakters 223 Briefe. 242

  14. 1861-01-01 · Heft 1 · page 210

    Den Manen

  15. 1861-01-01 · Heft 1 · page 211

    Vorwort Das philosophische System Spinoza's ist seiner ganzen Natur nach esoterisch, d. h. es will ernst studirt, tief durchdacht, und mit philosophisch ausgebildetem Geiste erfaßt — nicht aber in leichten Umrissen, zu oberflächlichem Verst…

  16. 1861-01-01 · Heft 1 · page 212

    …durch eine schreckliche Seuche heimgesuchte Zeit gefallen, — sie fanden weder Verbreitung, noch Beachtung: es wurde dem Baruch Spinoza nirgends ein Jubiläum gefeiert, desselben nirgends öffentlich gedacht?) Als ich die Abhandlung niederschrieb, war ich e…

  17. 1861-01-01 · Heft 1 · page 213

    Ei nleitung. Perfricui faciem, nec tamen perfeci. PLIN. Es giebt in Wirklichkeit schöne Seelen, in denen auch auf dem Gebiete der Wissenschaft ein ewiger Proceß Der Apotheose, der Verklärung, der Heiligsprechung vor sich gehet — Alles erreg…

  18. 1861-01-01 · Heft 1 · page 214

    196 von Mund zu Munde, und versteinert als ein allgemein gefaßtes, für immer erprobtes Urtheil. Doch in der Wissenschaft kann der Irrthum nicht das letzte Wort behalten: die Sage von einer unterdrücktem Partei erhält sich im Lause der Zeite…

  19. 1861-01-01 · Heft 1 · page 215

    197 fahre: „Er war nicht der, den Ihr vermeinet!" Wie? darf der Mensch nicht vom Menschen Gerechtigkeit fordern, auch wenn er selbst fie nicht mehr fordern kann? Legt der Mensch sich so wenigen Werth bei, daß er sagen darf: was liegt an der…

  20. 1861-01-01 · Heft 1 · page 216

    198 Gefühlswelt des Menschen hervorgegangne, durch die Kritik der Vernunft hindurchgegangne, nun zum vollendeten Bewußtsein gekommene Princip des Seins (der Gottheit, der Natur, des Menschen) nach allen seinen Verhältnissen, Richtungen, Ver…