Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 212)
- Language
- German
- Belongs to
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194 den Charakter Spinoza wollen wir uns nimmer nehmen oder verketzern lassen! Die folgenden Blätter wurden zum 24. November 1832, als dem zweihundertsten Geburtstage Spinoza's geschrieben. 12t sua fata habent libelli. Sie Waren in ungeschickte buchhändlerische Hände und in eine politisch aufgeregte und zugleich durch eine schreckliche Seuche heimgesuchte Zeit gefallen, — sie fanden weder Verbreitung, noch Beachtung: es wurde dem Baruch Spinoza nirgends ein Jubiläum gefeiert, desselben nirgends öffentlich gedacht?) Als ich die Abhandlung niederschrieb, war ich eben ein zwanzigjähriger Jüngling geworden. Form und Ausdrucksweise werden meine Freunde auch deshalb nicht ohne einiges Interesse betrachten. Ich habe sie unverändert gelassen, bis auf einige Aeußerungen, die ich jetzt durchaus nicht mehr billigen könnte. Möge diesmal ein besserer, weiter gehender Erfolg erzielt werden!**) *) Wie ich vor Kurzem erfuhr, rezenstrte damals mein geschätzter Freund, Herr vr *B. Beer, das Schristchen im „Planet" in sehr günstiger Weise. Wir kannten uns zu jener Zeit noch nicht. **) Ich gestatte mir die Bemerkung, daß 1790 in Braunschweig von einem M. Philipson eine Biographie Spinoza's erschienen; ich habe sie erst vor einiger Zeit in die Hände bekommen, der Verfasser war kein Verwandter von mir. Seitdem hat auch Berthold Auerbach eine Lebensbeschreibung Spinoza's vor seiner Uebersetzung von dessen Werken geliefert, er kannte die meiyige nicht. Magdeburgs den 23. October 1860. Dr. Ludwig Philippson.