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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 197

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 197)
Language
German
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178 nicht weitschweifig werden; die Versicherung mag genügen, daß von einem Papste selbst in einem völligen Concil erklärt wurde, daß die Anklage falsch sei. Aehnlich urtheilten alle Fürsten Italiens, so wie auch Alphons der Weise, König von Spanien, es sei nur eine pure Erfindung, um die Besitzungen der harmlosen Juden zu verschlingen. 234) 3) Was nun den dritten Punkt betrifft, so versichere ich, Laß, obgleich Ferdinand und Jsabella vorgaben, daß die Juden die Adligen verführten, zum Judenthume überzutreten, dieses in Wirklichkeit nur auf Grund einer falschen Anklage behauptet wurde. 2 3 5) Hat es sich trotz aller Schwierigkeiten und Unmöglichkeiten dennoch ereignet-, daß einige Papisten sich dem Judenthume zuwandten, so kann dieserhalb noch nicht geargwohnt werden, daß sie von den Juden dazu verleitet wurden, indem man ja weiß, daß diese Niemanden überreden, ihre Religion zu bekennen. Ja noch mehr, wenn Jemand sich denn der Fürst starb plötzlich bei einem Schmause den nächsten Sonntag, nachdem er den Urtheilsspruch gegeben, und ebenso fielen während der Zeit seiner Gefangenschaft die erwähnten Richter nach und nach hin, und stürben. Dies wurde weislich von den wenigen Uebrigen bemerkt und ffür eine besondere göttliche Vorsicht (Vorsehung) gehalten; sie entschlossen sich daher, um sich selbst zu retten, ihn in Freiheit zu setzen. Dieser Mann kam wohlbehalten heraus, reisete durch ganz Italien, wo -er zur Verwunderung Aller, die von seinem Leiden wußten, gesehen wurde, und starb einige Jahre nachher zu Jerusalem. 234) „Ueber diesen Blutgegenstand", heißt es „Rettung der Juden" (1. c. III, 221), „ist schon vormals von einem der Päpste vor einem völligen Concilium gehandelt, gestritten und entschieden worden, daß es nichts als eine bloße Verleumdung sei. Ueber Alphons s. Schevet Jehuda (ed. Wiener), 7 ff. 235) „Rettung der Juden^ (1. c. III, 244): „Wenn Ferdinand und Jsabella, König und Königin von Castilien, einen Befehl gaben, die Juden zu vertreiben, weil sie verschiedene Christen und Einige vom Adel verführten, Juden zu werden, so war dies bloß em Vorwand und ein Anstrich ihrer Tyrannei, bloß, weil, wie sehr bekannt ist, sie nichts Anderes uns vorzuwerfen hatten."

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