Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 206)
- Language
- German
- Belongs to
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187 Die Aussicht, in seinem Unternehmen glücklich zu sein, war ihm fast gänzlich benommen; er wartete von Monat zu Monat auf den endlichen Bescheid; die wenigen Juden, die mit ihm gekommen waren, hatten sich, da sie an dem erwünschten Fortgange verzweifelten, wieder entfernt. Er wagte es noch einmal, „die sehr ehrwürdige englische Nation ganz unterthänigst zu bitten, seine Gründe unparteiisch, ohne Vorurtheil und frei von aller Leidenschaft zu lesen und zu prüfen 2 5 8)." Verlangte er ja, wie er dem holländischen Gesandten Niewpoort in Westminster 259^ erklärte, weiter nichts als einen Zufluchtsort für seine Glaubensgenossen. Was er so sehnlichst wünschte, erreichte er nicht; keineswegs war aber seine Anwesenheit in London ganz nutzlos. Entschied sich auch der Staatsrath gegen die Niederlassung der Juden, so ertheilte doch der Protector Einzelnen von ihnen die Erlaubniß, sich in der Hauptstadt anzusiedeln26°), und schon im Februar 1657 erwarben die neuen Ankömmlinge in der Nähe von Stepney ein Stück Land, ihre Todten begraben zu können 261). Menasse sollte die Früchte seiner aufopfernden Thätigkeit nicht reifen sehen. Ehrenvoll von Cromwell entlassen und mit einem Jahrgehalt von hundert Pfund Sterling, in viertel- M o se s Mendels sohn's, inS Hebräische übersetzt von B l o ch, 1813; ins Französische von Carmoly, Revue orientale, H, 491 ff. 258) „Rettung" (1. e. in, 252). 259) Thurloe, 1. c. III, 333. 260) Gegen Weihnachten 1659 machte ein Goldschmied Namens Thomas Violet dem Staatsrath in einer „Petition to King and Parliament,“ Vorstellungen, wie sehr es dem Gesetze zuwider sei, daß die Juden die Kühnheit bätten, Gott in ihrer Weise zu verehren. Godwin, 1. p. IV, 250. 261) Godwin fand unter den Acten der Bevis-Mark Synagoge in London an aeeount of a lease of a piece of ground in the parish of Stepney, grantet them in February 1657 for a burying ground (I. c. IV, 251).