Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 213)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3138070-3138077-3138078--0501-3138591- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ei nleitung. Perfricui faciem, nec tamen perfeci. PLIN. Es giebt in Wirklichkeit schöne Seelen, in denen auch auf dem Gebiete der Wissenschaft ein ewiger Proceß Der Apotheose, der Verklärung, der Heiligsprechung vor sich gehet — Alles erregt in ihnen eine ungeheuchelte Wärme des Herzens, und die volle Irritabilität ihres Geistes vermag das Widerstrebend^ aus dem Wellenschläge ihres Gemüthes zu heben. Wir ergötzen uns an ihrer fast weiblichen Genüglichkeit, an der Fähigkeit, in Alles den Abdruck ihres nebulirenden Geistes überzutragen, ja, wir beneiden sie bisweilen darum: aber sie nützen der Wissenschaft, in der die Kritik das Hauptelement ist, wenig, oder schaden ihr, es müßte "denn sein, daß sie nebenbei verstehen, Einzelnes für sich hin wacker aufzufassen, zu betreiben und auszubilden. Ihnen gegenüber hat das Schicksal zu Zeiten Männer gestellt, deren Natur in sich abgeschlossen war, deren Streben, Treiben und Vollenden geheimnißvoll Hinübergriff in eine sich erst später gestaltende Zeit, deren Worte daher, ein Geheimniß für die Gegenwart, verkannt von der Mitwelt, als ein Verrath des Heiligsten verlästert, deren Lehre, mißgestaltet umhergetragen, als die verderblichste verketzert, deren Namen einer ewigen Schande übergeben wurde. Und wie sich denn die Nachricht von einem vermeintlich Unförmlichen, sobald es entdeckt wird, eher durch alle Welt verbreitet, als von einem einfachen wirklich Schönen, dessen Verdienst die Menge nicht zu fassen versteht: so tönet der Fluch, der jenen Männern gegeben worden, wieder 13*