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19041910
  1. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 15

    Gegensätze verschmelzen. Solange der Sabbat währt, gibt es nicht Gut und Böse, nicht Recht und Unrecht. An Stelle des Gerichtes waltet die Gnade. Aber wenn der Sabbat zu Ende ist, wenn die Zaddikim, die heiligen Rabbis, die Hawdalah gemacht…

  2. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 16

    Ch. N. Bialik. Winterlieder. Aus dem Hebräischen übertragen von ISRAEL AUERBACH. ~A Tom Himmel warf der Herr felsstarken Tag, V Krafttag, von Reif und Eis und Frost e i n Schlag. Die Wölbung hoch, der Erdball unterm Fuß, Das Licht, die Luft…

  3. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 17

    Die Dädier rings gleidi Marmorhelmen sitzend, Halb glühendweiß, halb silberbläulich blitzend, Dem Sonnengleißen frisch entgegenfunkeln. Die Raben einzig über ihnen dunkeln,- Auf dem Kristalltudi gleiten sie und kreisdien, Zerkritzen, löcher…

  4. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 18

    Eng wird ihr seines Busens Kerkerhaft — Wie pocht an Herzens Wand verhalt'ne Kraft! Die Muskel bebt gestrafft, das Antlitz glüht, Wie Tritt der Riesen sicher ist sein Schritt. Tieftiefen Zugs des Frostes Haudi er trinkt, Wie Erz durchs Blut…

  5. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 19

    H Sein letzter Traum, Von DAVID ROTHBLUM. Meiner Frau. leichen Antlitzes lager auf dem Bette. Nur die großen seelenvollen Augen zeugten vom Leben, das seinen welken Leib noch nicht verlassen hatte. Bewegungslos lag er da und ließ seinen Bli…

  6. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 20

    dergestalt schafft, gleicht dem Schöpfer des Alls, von dem er diese Fähigkeit unmittelbar erworben hat. Nach zwanzig Jahren dieser selbstlosen Beschäftigung fiel er aufs Krankenlager und mußte das kleine Städtchen der Jeschibah verlassen, u…

  7. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 21

    in unbekanntem Sehnen und namenlosem Weh auf seinem Lager, er wußte aber sein Geschick in großer Hingebung zu ertragen und wartete auf das Mädchen seiner Liebe, Und als die Mannesjahre verschwunden waren, sein Leib gebrechlich und sein Blut…

  8. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 22

    Und nun wird die große Sehnsucht seines Lebens zur Wahrheit. Zwei Frauen führen ihm ein wundersames Mädchen entgegen. Sie ist schön wie Abisag von Sunem und gut wie jene Frau, die König Salomo in seinen Sprüchen besingt. Ein warmer Quell du…

  9. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 23

    (Mit Genehmigung1 des Verlaufes George Westennami, Braunsehweio-.)

  10. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. [Seite]

    Hugo Zuckermann. Einst. . . Einst, einst, Wenn du wieder scheinst Segnende Sonne auf unser Gestade, Dann stehen taufrische kerzengerade…

  11. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 24

    Paralipomena zum „Weg ins Freie" Von ARTHUR SCHNITZLER. >.o Golowski: „Der Politiker hat nicht mit der Ewigkeit zu rechnen. In einer menschlichen Angelegenheit kommt es nie a…

  12. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 25

    Heinrich Bermann: „Große Künstler oder auch Dilettanten können vollkommen reine Menschen sein. Mittelmäßige Künstler und ganz besonders Literaten niemals." * * * Heinrich Bermann: „Es ist immer ein Zeichen von Lebensschwäche, vielleicht von…

  13. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 26

    innere Tendenz des Politikers dagegen — er mochte nun Journalist, Feldherr, Monarch, Diplomat sein — ging dahin, immer nur Massen Schicksale zu sehen. Als man ihn nicht gleich verstand, war er in der Lage, mit einem Beispiel aufzuwarten. „D…

  14. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 27

    Hugo Salus. Ahnenlied. einen Großvater hab7 ich noch gekannt, XVI Er trug sein Bündel über7s Land Und konnte nicht schreiben und k…

  15. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 28

    Die Tragik des jüdischen Volkes. Von MATHIAS ACHER. o ziemlich jeder fühlt, daß tragisches Schicksal und Unglück nicht gleichbedeutend sind, daß vielmehr das Unglück einer besonderen Qualifikation bedarf, um tragisch zu werden. Nur suchen d…

  16. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 29

    Die Juden hören es nicht gerne, wenn von ihrer Schuld gesprochen wird. Kein Wunder! Man hat sie zu oft für Dinge persönlich verantwortlich gemacht, an denen sie auch nicht die mindeste persönliche Schuld trugen. Aber um der lieben Erkenntni…

  17. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 30

    …ommt von seiner seelischen Disposition her. Diese bestimmt den Inhalt seines Willens. In Hinsicht auf diesen Inhalt hat Martin Buber einem fruchtbaren Gedanken in einem schön geprägten Worte Ausdruck gegeben. Er spricht von dem „Wollen des Unmöglichen"…

  18. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 31

    kleinen Erdkugel aus kosmische Ausflüge zu unternehmen. Mit welchem Rechte sollte man es aber dann als durchaus unmöglich hinstellen dürfen, daß sich die Menschennatur ändern werde? Wo ist der Beweis, daß nicht doch einmal eine Art Staat oh…

  19. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 32

    erweist sich in den tatsächlichen Ergebnissen als weit hinter den Errungenschaften der Nichtjuden zurückstehend. Wodurch wird nun aber diese innere Unzulänglichkeit des jüdischen Volkes, dieses sein Nichtkönnen, diese seine eigentliche, wah…

  20. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 33

    vielleicht nach den in vorgeschichtlichen Verhältnissen unauffindbar begrabenen Urkeimen der jüdischen Schuld forschen, uns aber jedenfalls mit dem Entwicklungsgange dieser Schuld im geschichtlichen Altertum, der Vergeistlichung des jüdisch…