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Jüdischer Almanach · 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5670/1910
Date
1910-01-01
Page
Seite 25 (sequence 29)
Language
German
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Heinrich Bermann: „Große Künstler oder auch Dilettanten können vollkommen reine Menschen sein. Mittelmäßige Künstler und ganz besonders Literaten niemals." * * * Heinrich Bermann: „Es ist immer ein Zeichen von Lebensschwäche, vielleicht von Feigheit, auf ein Relatives zu verzichten, wo uns das Absolute versagt ist." * * * Heinrich Bermann: „Nicht auf Gesinnung kommt es an, sondern auf Anschauung. Die Leute mit der Gesinnung waren immer diejenigen, die den Holzstoß angezündet haben für die Leute mit der Anschauung." * * * Heinrich Bermann: „Die Gesellschaft hat die Strafe erfunden, die Theologie die Hölle, und für die Fälle, in denen die irdische Sühne ausbleibt und der Glaube ans Jenseits versagt, hat unsere Feigheit die Reue erfunden." ■j * * * Heinrich Bermann : „Um einer Partei anzugehören, ist eine gewisse Portion Einfalt unerläßlich. Vernünftige Leute, die den Standpunkt ihrer Partei bis in die letzten Konsequenzen zu vertreten versuchen, erwecken immer den Eindruck, als ob sie konfus oder unehrlich geworden wären." * * * Heinrich Bermann: „Es war das Charakteristische dieser Gruppe von jungen Leuten, daß sie Selbstverständlichkeiten mit dem Pathos tiefster Weisheiten — und daß sie Kühnheiten, für die noch niemals irgend jemanden ein Haar gekrümmt wurde, in einem Tone aussprachen, als drohte ihnen dafür der Scheiterhaufen." * * * Heinrich behauptete, den tiefen Grund jener unauslöschlichen Fremdheit entdeckt zu haben, die den Typus dessen, der die Welt politisch betrachte, ewig von dem scheide, der sie als Künstler anschaue. Dem Künstler, so sagte er, wäre der Drang angeboren, alles Wirken und Geschehen auf Erden in einzelne Schicksale aufzulösen; die stete

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