Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5670/1910
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 17)
- Language
- German
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Gegensätze verschmelzen. Solange der Sabbat währt, gibt es nicht Gut und Böse, nicht Recht und Unrecht. An Stelle des Gerichtes waltet die Gnade. Aber wenn der Sabbat zu Ende ist, wenn die Zaddikim, die heiligen Rabbis, die Hawdalah gemacht haben, dann werden die Gegensätze wieder wach, der Widerstreit ergreift die Welt von neuem, und die Weltenwage, die stille gestanden hat, erzittert zu neuem Wägen von Gut und Böse, von Recht und Unrecht. Aber an diesem Sabbatausgang in der kleinen Gemeinde spricht der Rabbi: „Ich mache heute die Hawdalah nicht. Ich zerschneide nicht mehr, was vereinigt ist. Ich gebe die Welt nicht wieder dem Gerichte preis. Ich spreche die Welt frei. Ein ewiger Sabbat sei fürderhin im Himmel und auf Erden." Und als die Chassidim entsetzt fragen, ob denn die Welt zugrunde gehen solle, da antwortete er ungefähr so: „Was ihr die Welt nennt, soll zugrunde gehen. Aber die wahre Welt, die Messiaswelt hebt heute an, da wir, die großen, feierfrohen Juden, die Lösung bringen." *«wMal ICMmA * r*TW4^aw*ir* mm ■ ■1 ■ mm mm 1- **& ■ r* ■1 15