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Jüdischer Almanach · 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 31

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5670/1910
Date
1910-01-01
Page
Seite 31 (sequence 35)
Language
German
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kleinen Erdkugel aus kosmische Ausflüge zu unternehmen. Mit welchem Rechte sollte man es aber dann als durchaus unmöglich hinstellen dürfen, daß sich die Menschennatur ändern werde? Wo ist der Beweis, daß nicht doch einmal eine Art Staat ohne die heutigen Staatsideen gegründet werden wird; oder daß die Menschheit zu den Idealen des Friedens, der Liebe und der sozialen Gerechtigkeit niemals werde emporsteigen können? Das „Unmöglich" darf eben nicht objektiv genommen werden/ Die Ziele, zu denen die jüdischen Ideenneigungen führen, sind keine Unmöglichkeiten im absoluten Wortverstande. Aber sie werden zu subjektiven und relativen Unmöglichkeiten für denjenigen, der sie so verfolgt, als wären sie Ziele des Tages oder einer absehbaren Entwicklung. Und gerade das ist ja die jüdische Methode. Der Enthusiasmus , der'Juden ist wie ein Eilzug. Er hat keinen Sinn für den Nahverkehr, keine Geduld für Zwischenstationen. Nur mit dem Unterschiede, daß er sich überhaupt nicht von der Stelle rührt, weil die Maschine mit Phantasie, statt mit der Kohle der Wirklichkeit geheizt ist. Der Jude hat keinen Instinkt dafür, daß Ziele, auch wenn sie vorgeahnt und vorersehnt werden, niemals Vorschüsse, sondern stets Summen sind, die sich selbst an den Schluß einer langen geschichtlichen Addition stellen, daß also das Postensetzen und Addieren die Hauptsache eines normalen geschichtlichen Volkslebens ist. Auch andere Völker haben Ideale, doch sie bauen dabei Wirklichkeit und brauchen viele Generationen auf, um ein kleines Wegstück weiterzukommen. Die Juden aber bauen an Luftschlössern, weil sie eben nur an ihnen bauen. Und wollen über Nacht sich oder die Welt oder gar beides zugleich erlösen. Die anderen Völker bauen sozusagen automatisch, nach einem ihnen eingeborenen Plane. Gerade dieser aber scheint den Juden zu fehlen. Das ist ihre Schuld und diese Schuld ist es, die ihren Willen kommandiert. Als Nichtbegreifen, daß das Leben Gegensätze überwindet, treibt sie den Willen an, in der jüdischen Einzelseele einen Gegensatz auszurotten. Und als Unvermögen, den anderen Gegensatz in stummer, bauender Geduld zu leben, zwingt sie das jüdische Volk, ihn zu träumen und zu dozieren, treibt sie es ins phantastische Land der „Unmöglichkeiten" hinaus. Daß nicht der Wille an sich es ist, der die Juden in ihre „unmöglichen" Abenteuer hinausschleudert, offenbart sich übrigens auch schon in ihrem privaten Interessenleben. Auch da operieren sie gerne mit ihrem gewaltsamen Willen, mit bewußter Zielsetzung. Und es ist nur der Einfachheit der Verhältnisse zuzuschreiben, daß der kluge jüdische Verstand nicht irre werde, die gegebenen Kräfte richtig abschätzen und keine Ziele stecken mag, die ganz außerhalb der persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten liegen. Sowie nur aber jenes Fortkommen, das nicht von bewußter Zielsetzung abhängt, sowie die Notwendigkeit in Betracht kommt, organisierende Kraft zu entwickeln, im normalen Verlaufe der Dinge mit automatischer Sicherheit Machtwerte aufzuschichten, — da gelangt jene Unfähigkeit wieder zum Vorschein und es tritt bei Willensmangel Indolenz mit Verfall im Gefolge auf oder auf dem Wege des Willens ein Zug in's Sprunghafte und Zusammenhanglose, Abhängigkeit vom Augenblick. Und der berühmte praktische Sinn der Juden 31

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